Gezielte Schulterübungen senken das Risiko für Schmerzen nach dem Schwimmen deutlich, weil sie die Rotatorenmanschette, die Schulterblattmuskeln und die Beweglichkeit des Brustkorbs zusammen verbessern. Wer regelmäßig Zug- und Stabilisationsübungen einbaut, entlastet die Schulter bei Kraul, Rücken und Delfin spürbar.
Kurz erklärt
Welche Übungen helfen, Schulterschmerzen nach dem Schwimmen zu vermeiden?: Besonders wirksam sind Übungen für Außenrotatoren, Schulterblattstabilität, Brustwirbelsäule und Rumpf, weil diese Bereiche die Schulter im Wasser indirekt mittragen.
Eine Schulter, die heute noch empfindlich ist, kann in einigen Tagen besser reagieren, wenn Belastung, Technik und Übungen zusammenpassen.
Am meisten bringt eine Kombination aus Mobilität, Kraft und sauberer Technik. Eine Schulter, die gut geführt wird, arbeitet ruhiger im Wasser und meckert danach seltener.
Warum die Schulter beim Schwimmen so schnell reagiert
Die Schulter ist im Schwimmen ständig gefordert, aber selten in einer festen Position. Sie muss Kraft übertragen, den Arm über Kopf führen und gleichzeitig Stabilität halten. Genau diese Mischung führt oft dazu, dass nicht ein einzelner Muskel das Problem ist, sondern das Zusammenspiel aus Beweglichkeit, Kraft und Ermüdung.
Typisch ist, dass Beschwerden nach längeren Einheiten, nach schnellen Serien oder nach Technikfehlern auftreten. Oft steckt eine Überlastung des vorderen Schulterbereichs dahinter, manchmal auch eine gereizte Sehne, ein eingeengter Raum unter dem Schulterdach oder eine schlecht arbeitende Schulterblattführung. Wer nur auf Dehnung setzt, verfehlt daher häufig den eigentlichen Hebel.
Die gute Nachricht: Viele Auslöser lassen sich beeinflussen. Das klappt am besten, wenn du zuerst prüfst, wo die Schulter aus dem Tritt gerät. Ist sie steif? Fehlt Kraft im Zug? Wandert das Schulterblatt beim Armzug zu früh hoch? Oder ist die Belastung einfach zu schnell gesteigert worden? Aus dieser Einordnung ergeben sich die passenden Übungen fast von selbst.
Die wichtigsten Übungsarten im Überblick
Für schmerzfreiere Schultern nach dem Schwimmen braucht es keine Riesenausrüstung. Ein stabiler Mix aus Beweglichkeit, Kraftausdauer und Kontrolle reicht in vielen Fällen schon aus. Besonders wirksam sind Übungen für Außenrotatoren, Schulterblattstabilität, Brustwirbelsäule und Rumpf, weil diese Bereiche die Schulter im Wasser indirekt mittragen.
Ein sinnvoller Rahmen sieht oft so aus: erst mobilisieren, dann aktivieren, dann kräftigen. Wer diesen Ablauf sauber einhält, bereitet die Schulter auf die Belastung vor und verbessert zugleich die Belastbarkeit im Alltag. Die Reihenfolge ist wichtig, weil eine kräftige Schulter ohne Beweglichkeit genauso wenig hilft wie Beweglichkeit ohne Stabilität.
- Mobilität für Brustwirbelsäule, Brustmuskel und Latissimus
- Aktivierung der Rotatorenmanschette mit leichten Widerständen
- Stabilisation der Schulterblätter mit kontrollierten Zugbewegungen
- Rumpfarbeit, damit der Armzug nicht alles alleine tragen muss
- Saubere Belastungssteigerung im Wasser
Mobilität zuerst: Platz für die Bewegung schaffen
Wenn die Schulter nach dem Schwimmen ziept, ist die Ursache häufig nicht nur im Gelenk selbst zu suchen. Eine eingeschränkte Brustwirbelsäule oder ein kurzer Brustmuskel verändern die Armposition im Wasser. Der Arm muss dann aus einer ungünstigen Haltung arbeiten, und die Schulter kompensiert das mit mehr Spannung.
Gut geeignet sind sanfte Rotationen der Brustwirbelsäule im Sitzen oder im Vierfüßlerstand. Auch eine Brustdehnung an der Wand oder an einer Türzarge kann helfen, solange sie nicht ins Ziehen oder in ein Ausweichmuster kippt. Wer beim Dehnen die Schultern hochzieht, trainiert oft nur die falsche Spannung.
Ein häufiges Missverständnis: Mehr Dehnung ist nicht automatisch besser. Sobald die Vorderseite der Schulter gereizt ist, kann zu aggressives Dehnen die Beschwerden sogar verstärken. Dann sind kurze, ruhige Bewegungen oft sinnvoller als langes Ziehen.
Rotatorenmanschette stärken
Die Rotatorenmanschette stabilisiert den Oberarmkopf im Gelenk. Im Schwimmen muss sie ständig ausgleichen, dass der Arm weit über Kopf arbeitet und dabei Kraft überträgt. Besonders wichtig sind Außenrotationen, weil sie vielen Menschen im Alltag und im Training zu wenig vorkommen.
Für den Einstieg eignen sich Außenrotationen mit dem Theraband am Körper, am besten mit leicht gebeugtem Ellbogen. Die Bewegung sollte langsam bleiben, ohne Schwung und ohne Ausweichen aus dem Oberkörper. Wenn du am Ende der Bewegung die Schulter hochziehst, ist der Widerstand zu groß oder die Ausführung zu hektisch.
Sehr hilfreich sind auch Isometrien. Dabei hältst du eine leichte Außenrotationsspannung für einige Sekunden. Das ist für gereizte Schultern oft angenehmer als gleich dynamisch zu arbeiten. Gerade nach einer längeren Schwimmphase kann diese Form des Trainings die Belastbarkeit wieder aufbauen, ohne die Schulter direkt zu überfahren.
Das Schulterblatt mitnehmen
Viele Schwimmer trainieren den Arm, aber zu wenig das Schulterblatt. Dabei ist das Schulterblatt die Basis für einen sauberen Armzug. Es sollte sich beim Zug kontrolliert mitbewegen, aber nicht wild hochrutschen oder nach vorne kippen.
Übungen wie Rudern mit Band, Face Pulls mit leichtem Widerstand oder kontrollierte Y- und T-Hebungen können hier viel bewirken. Entscheidend ist die Qualität der Bewegung. Die Schulterblätter sollen in einer ruhigen Bahn arbeiten, der Nacken bleibt entspannt, und der Brustkorb bleibt aufgerichtet.
Wenn nach solchen Übungen der Nacken sofort dicht macht, ist das meist ein Zeichen dafür, dass zu viel Last oder zu wenig Kontrolle im Spiel ist. Dann lieber kleiner anfangen und die Technik so lange vereinfachen, bis die Bewegung sauber bleibt.
Rumpf und Körperlinie nicht vergessen
Eine stabile Schulter profitiert von einem stabilen Rumpf. Im Wasser gleicht der Körper ständig kleine Rotationen aus. Wenn die Mitte instabil ist, muss die Schulter mehr kompensieren, besonders bei längeren Zügen oder bei ermüdeter Technik.
Planks, Side Planks, Dead Bug und kontrollierte Anti-Rotationsübungen sind hier sinnvoll. Sie müssen nicht spektakulär aussehen, um zu helfen. Wichtig ist, dass du während der Übung ruhig atmest und nicht ins Hohlkreuz ausweichst. Gerade beim Kraulen zahlt sich diese Stabilität oft aus, weil der Armzug besser in die Körperlinie eingebettet wird.
Vor dem Schwimmen sinnvoll vorbereiten
Ein kurzes Aktivierungsprogramm vor dem Schwimmen kann die Schulter entlasten. Es geht dabei nicht um Müdigkeit vorab, sondern um ein sauberes Einschwingen der beteiligten Strukturen. Die Schulter soll bereit sein, wenn der erste Zug im Wasser kommt.
Ein einfacher Ablauf kann so aussehen: erst die Brustwirbelsäule drehen, dann die Brust leicht öffnen, anschließend die Außenrotatoren aktivieren und zum Schluss ein paar kontrollierte Zugbewegungen mit dem Band ausführen. Das dauert oft nur einige Minuten und ist für viele deutlich wirksamer als ein langes statisches Dehnen.
Wer direkt kalt ins Becken springt und sofort harte Serien schwimmt, riskiert eher Reibung und Spannung. Vor allem bei kühler Umgebung, früher Trainingszeit oder müden Schultern lohnt sich diese Vorbereitung besonders.
Die Belastung im Wasser klug steuern
Übungen helfen, aber sie lösen nur einen Teil des Problems. Wenn die Trainingsmenge im Becken zu schnell steigt, kann selbst eine gute Schulter wieder überlastet werden. Deshalb gehört zur Vorbeugung immer auch die Frage nach Distanz, Intensität und Erholung.
Nach längerer Pause sind viele zu schnell wieder bei Technikserien, Sprintabschnitten oder langen Einheiten mit viel Kraulanteil. Die Schulter bekommt dann auf einmal deutlich mehr Arbeit, als sie aktuell verkraftet. In solchen Phasen ist es oft besser, Umfang und Tempo schrittweise zu steigern und harte Serien mit lockeren Abschnitten zu mischen.
Ein hilfreicher Prüfstein ist die Reaktion am nächsten Tag. Leichte Muskelarbeit ist normal, ein stechender Schmerz oder eine deutliche Verschlechterung nach dem Training sprechen eher dafür, dass die Last zu hoch war oder die Technik aus dem Ruder gelaufen ist.
Technikfehler, die Beschwerden verstärken
Manche Übungen greifen nur dann gut, wenn die Schwimmtechnik halbwegs sauber ist. Ein häufiger Fehler ist ein zu früher, hektischer Armzug mit hochgezogener Schulter. Dadurch arbeitet die Schulter in einer ungünstigen Position und das Gewebe wird unnötig gereizt.
Auch ein zu steifer Atemrhythmus kann Probleme machen. Wer beim Atmen den Oberkörper stark verdreht oder den Kopf weit anhebt, bringt die Schulter aus der Linie. Dasselbe gilt für eine mangelnde Rollbewegung des Körpers im Kraulstil. Dann muss der Arm mehr übernehmen, als ihm guttut.
Deshalb lohnt sich manchmal ein Blick auf die Technik, bevor man nur mehr Kraftübungen macht. Wenn die Schulter trotz Training weiter unangenehm bleibt, ist die Bewegungsqualität im Wasser oft der nächste sinnvolle Prüfpunkt.
Ein sinnvoller Ablauf für den Alltag
Die meisten kommen am besten zurecht, wenn sie mit einem einfachen, wiederholbaren Ablauf arbeiten. Das verhindert Aktionismus und macht die Schulterarbeit leichter in den Alltag integrierbar.
- Brustwirbelsäule mobilisieren und den Brustkorb öffnen.
- Außenrotatoren mit leichtem Widerstand aktivieren.
- Schulterblattkontrolle mit Zugbewegungen trainieren.
- Rumpf mit ruhigen Halteübungen stabilisieren.
- Im Wasser die Belastung langsam steigern und die Reaktion beobachten.
Dieser Ablauf ist besonders dann hilfreich, wenn Beschwerden nur gelegentlich auftreten. Er passt auch gut in Phasen mit hohem Trainingspensum, weil er die Schulter vorbereitet, ohne sie zusätzlich zu ermüden. Wer wenig Zeit hat, kann selbst eine kurze Version davon durchführen, solange Mobilität und Aktivierung nicht ganz wegfallen.
Wann Übungen reichen und wann mehr dahintersteckt
Übungen reichen oft, wenn die Beschwerden eher dumpf, belastungsabhängig und klar an Trainingseinheiten gekoppelt sind. Dann spricht vieles für eine Überlastung, eine zeitweise Reizung oder ein Stabilitätsdefizit. In solchen Fällen hilft ein angepasstes Training häufig innerhalb einiger Wochen spürbar weiter.
Anders sieht es aus, wenn der Schmerz in Ruhe bleibt, nachts stärker wird, in den Arm ausstrahlt oder mit Kraftverlust verbunden ist. Dann sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden. Eine Schulter, die nach dem Schwimmen nur ein bisschen meldet, ist ein anderes Thema als eine Schulter, die dauerhaft gereizt wirkt.
Auch blockierende Bewegungen, ein plötzliches Schnappen, deutliche Schwellung oder Schmerzen nach einem Sturz gehören nicht mehr in den Bereich der Selbstbehandlung. Dann zählt zuerst die sichere Abklärung.
Typische Fehler bei Schulterübungen
Ein häufiger Fehler ist zu viel Ehrgeiz mit zu wenig Kontrolle. Gerade bei der Schulter führt hoher Widerstand schnell dazu, dass der Nacken übernimmt und der eigentliche Zielmuskel kaum noch arbeitet. Die Übung sieht dann vielleicht sportlich aus, bringt aber wenig.
Ein zweiter Fehler ist das reine Durchführen einzelner Übungen ohne Blick auf den Schwimmumfang. Wer dreimal pro Woche hart schwimmt und zusätzlich kräftigt, braucht mehr Erholung als jemand mit zwei lockeren Einheiten. Auch gute Übungen können ein zu hohes Gesamtpensum nicht beliebig ausgleichen.
Der dritte Klassiker ist Ungeduld. Viele erwarten eine sofortige Veränderung und steigern zu früh. Die Schulter reagiert auf kluge Reize meist gut, aber sie braucht Wiederholung und einen sauberen Aufbau. Wer nach einer kurzen Verbesserung wieder alles auf einmal macht, landet schnell im alten Muster.
So erkennst du, dass du auf dem richtigen Weg bist
Ein gutes Zeichen ist, wenn sich das Schwimmen leichter anfühlt und die Schulter nach dem Training ruhiger bleibt. Auch ein größerer Bewegungsumfang ohne Ziehen, weniger Nackenanspannung und eine bessere Kontrolle beim Armheben sind sinnvolle Hinweise.
Wichtig ist die zeitliche Entwicklung. Eine Schulter, die heute noch empfindlich ist, kann in einigen Tagen besser reagieren, wenn Belastung, Technik und Übungen zusammenpassen. Bleibt die Reaktion trotz Anpassung unverändert, sollte die Ursache genauer geprüft werden. Dann liegt das Problem oft tiefer als nur bei einer einzelnen Muskelgruppe.
Fein abgestimmte Praxis im Alltag
Eine Büroangestellte, die abends zweimal pro Woche schwimmt, braucht meist keine komplizierte Spezialroutine. Bei ihr helfen oft zehn bis fünfzehn Minuten gezielte Arbeit an Brustwirbelsäule, Außenrotation und Rudern mit Band. Wenn sie zusätzlich die erste Bahn ruhiger schwimmt und harte Serien seltener einbaut, ist die Schulter oft schnell deutlich entspannter.
Ein Triathlet mit hoher Trainingsdichte braucht dagegen mehr Struktur. Bei ihm reicht ein einzelnes Bandtraining selten aus, wenn die Schwimmeinheiten sehr umfangreich sind. Dann müssen Regeneration, Technik und Laststeuerung zusammenpassen, sonst sammelt sich die Reizung trotz guter Übungen weiter an.
Ein Wiedereinsteiger nach längerer Pause profitiert vor allem von kleinen Schritten. Gerade nach längerer Schwimmpause ist weniger manchmal mehr, zumindest am Anfang. Die Schulter liebt saubere Wiederholung weit mehr als heroische Wochenendaktionen.
Belastung sauber dosieren, statt nur mehr zu trainieren
Für einen belastbaren Schulterbereich reicht es nicht, einzelne Muskeln zu kräftigen. Entscheidend ist, wie gut Gelenkbeweglichkeit, Stabilität und Kraft zueinander passen. Nach dem Schwimmen entstehen Beschwerden häufig dann, wenn die Schulter über längere Zeit in ähnlichen Winkeln arbeitet und die Gewebe die Last nicht mehr sauber verteilen. Deshalb sollten Übungen nicht nur stark machen, sondern auch Bewegungsqualität sichern. Wer regelmäßig trainiert, braucht einen Aufbau, der die Schulter in unterschiedliche Richtungen vorbereitet und die kleinen Stabilisatoren ebenso berücksichtigt wie die größeren Zug- und Haltemuskeln.
Hilfreich ist eine klare Reihenfolge: erst Bewegungsumfang, dann Kontrolle, dann Belastbarkeit. So lässt sich die Schulter schrittweise an die typischen Bewegungen im Wasser anpassen. Wichtig bleibt, die Übungen mit ruhiger Ausführung zu machen. Schnelle Wiederholungen oder zu schwere Widerstände verschieben den Schwerpunkt oft auf Ausweichmuster, die die Schulter eher reizen als schützen.
So lässt sich die Belastung sinnvoll aufbauen
- Mit lockeren Mobilisationsbewegungen beginnen, bis der Arm frei geführt werden kann.
- Dann gezielte Aktivierung für Rotatorenmanschette und Schulterblatt einbauen.
- Erst danach Übungen mit etwas mehr Widerstand oder längerer Haltezeit ergänzen.
- Die Intensität nur so weit steigern, dass die Bewegung sauber und kontrolliert bleibt.
- Auf beiden Seiten gleich arbeiten, auch wenn nur eine Schulter Beschwerden zeigt.
Wirkungsvoll trainieren mit Zug-, Halte- und Kontrollübungen
Besonders nützlich sind Übungen, die die Schulter nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Oberkörper und Schulterblatt fordern. Dazu gehören leichte Außenrotationen mit Band, kontrollierte Zugbewegungen, Wandgleiten, Schulterblattstütze und stabile Haltepositionen in schmerzarmem Bereich. Diese Kombination unterstützt genau jene Strukturen, die beim Schwimmen oft die Arbeit übernehmen müssen, ohne dass sie im Alltag viel Aufmerksamkeit bekommen.
Bei der Auswahl zählt weniger die Anzahl als die Qualität. Drei bis fünf gut ausgeführte Übungen genügen in vielen Fällen, sofern sie regelmäßig eingesetzt werden. Ein kurzer, sauberer Block nach dem Aufwärmen oder an schwimmfreien Tagen ist meist sinnvoller als ein langes Kraftprogramm mit unruhiger Technik. Die Schulter profitiert von wiederholbarer Präzision, nicht von Dauerstress.
Ein praktischer Übungsblock für Schulterstabilität
- Außenrotation mit Miniband oder leichtem Zug, Ellbogen eng am Körper.
- Rudern in aufrechter Haltung, mit bewusstem Zurückführen der Schulterblätter.
- Wandgleiten mit Unterarmen an der Wand, langsam und ohne Hohlkreuz.
- Vierfüßler- oder Plank-Varianten mit ruhigem Schulterblattkontakt.
- Leichte Hebevarianten im schmerzfreien Bereich, sofern die Bewegung sauber bleibt.
Die Reihenfolge kann an den jeweiligen Zustand angepasst werden. Wer nach dem Schwimmen eher müde als gereizt ist, beginnt mit Mobilität und endet mit Aktivierung. Bei stärkerer Empfindlichkeit lohnt es sich, die Haltezeiten zu verkürzen und die Wiederholungen zunächst gering zu halten. Ziel ist eine Schulter, die Last besser verteilt und nicht bei jeder Armbewegung ins Ausweichen gerät.
Vorbeugung endet nicht im Becken
Schutz entsteht auch durch das, was zwischen den Schwimmeinheiten passiert. Regeneration, Schlaf, Pausen zwischen harten Einheiten und eine günstige Belastungsverteilung über die Woche entscheiden mit darüber, ob die Schulter sich anpasst oder zunehmend gereizt reagiert. Wer häufig mit hoher Zuglast schwimmt, sollte die ergänzenden Übungen nicht als Zusatz betrachten, sondern als festen Teil der Vorbereitung und Nachsorge.
Auch der Alltag spielt eine Rolle. Langes Arbeiten mit nach vorn gezogenen Schultern, einseitiges Tragen oder viel Bildschirmzeit verschlechtern oft die Ausgangslage. Kurze Gegenbewegungen über den Tag helfen, die Haltung zu variieren und das Brust- und Schultervorderseitengewebe geschmeidig zu halten. Schon wenige Minuten mit gezielten Armöffnungen, Schulterblattbewegungen und sanfter Brustwirbelsäulenmobilität können den Unterschied machen, bevor die nächste Einheit ansteht.
Woran eine gute Routine erkennbar ist
- Die Schulter fühlt sich nach dem Schwimmen gleichmäßiger an und nicht zunehmend eng.
- Armheben und Greifen fallen im Alltag leichter.
- Die Technik bleibt auch gegen Ende der Einheit stabil.
- Nach Ruhephasen treten weniger Reibung, Druck oder Ziehen auf.
Bleiben Beschwerden trotz sauberer Übungsauswahl und angepasster Belastung bestehen, braucht es eine genauere Abklärung. Dann geht es nicht mehr nur um Training, sondern auch um mögliche Reizzustände, Sehnenprobleme oder eine eingeschränkte Bewegungsmechanik. Je früher die Ursache eingegrenzt wird, desto gezielter lässt sich die Schulter wieder belastbar machen.
FAQ: Was hilft gegen Schulterbeschwerden rund ums Schwimmen?
Welche Übung ist für den Einstieg am sinnvollsten?
Am besten beginnt man mit sanfter Brustkorb- und Schulterblattmobilität, kombiniert mit leichter Aktivierung der Rotatorenmanschette. So wird die Schulter vorbereitet, ohne sie direkt stark zu belasten.
Wie oft sollten Schulterübungen eingeplant werden?
Für die meisten Menschen sind drei bis fünf kurze Einheiten pro Woche sinnvoll. Entscheidend ist, dass die Belastung so dosiert bleibt, dass sich die Schulter zwischen den Einheiten beruhigen kann.
Wie lange sollte ein kurzes Programm dauern?
Schon 10 bis 15 Minuten reichen oft aus, wenn die Übungen sauber ausgeführt werden. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht ein möglichst langer Block.
Welche Muskeln brauchen beim Schwimmen besondere Aufmerksamkeit?
Im Mittelpunkt stehen Rotatorenmanschette, Schulterblattmuskeln, obere Rückenstrecker und Rumpf. Diese Muskelgruppen stabilisieren das Gelenk und unterstützen eine saubere Armführung im Wasser.
Welche Rolle spielt die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule?
Eine bewegliche Brustwirbelsäule entlastet die Schulter, weil der Arm dann freier über Kopf geführt werden kann. Bleibt der obere Rücken steif, muss die Schulter oft ausgleichen und arbeitet unter höherem Stress.
Sollten Dehnungen vor dem Schwimmen oder danach stattfinden?
Vor dem Schwimmen eignen sich eher dynamische Mobilisationsübungen als lange statische Dehnungen. Nach dem Training können ruhigere Dehnungen und Lockerungen helfen, Spannungen abzubauen.
Welche Fehler verschärfen die Beschwerden häufig?
Zu viel Zuglast, zu seltene Pausen und unsaubere Technik sind häufige Auslöser. Auch einseitiges Training nur mit hohen Umfängen führt oft dazu, dass die Schulter dauerhaft überfordert wird.
Kann Krafttraining außerhalb des Beckens die Schulter schützen?
Ja, ein gezieltes Kraftprogramm verbessert die Belastbarkeit deutlich. Besonders wirksam sind leichte bis mittlere Widerstände mit sauberer Schulterblattkontrolle und kontrollierter Bewegungsgeschwindigkeit.
Woran erkennt man, dass die Übungsauswahl passt?
Die Schulter fühlt sich nach dem Training stabiler an und reagiert im Alltag weniger empfindlich. Außerdem nehmen Reibung, Ziehen oder Nachschmerzen bei wiederholter Belastung langsam ab.
Was tun, wenn die Schulter trotz Übungen weiter schmerzt?
Dann sollte die Belastung zunächst reduziert und die Ausführung der Übungen überprüft werden. Bleiben die Beschwerden bestehen, ist eine medizinische oder physiotherapeutische Abklärung sinnvoll, damit die Ursache nicht übersehen wird.
Ist Techniktraining genauso wichtig wie das Übungsprogramm?
Ja, beides gehört zusammen. Selbst ein gutes Übungsprogramm hilft nur begrenzt, wenn der Armzug, die Wasserlage oder die Atemtechnik dauerhaft ungünstig bleiben.
Fazit
Gezielte Mobilisation, stabile Schulterblattarbeit, eine belastbare Rotatorenmanschette und ein kräftiger Rumpf bilden zusammen die wirksamste Grundlage. Wer die Übungen regelmäßig mit sauberer Technik und sinnvoller Belastungssteuerung kombiniert, senkt das Risiko für Schulterbeschwerden beim Schwimmen deutlich.
Zusammenfassung
Besonders wirksam sind Übungen für Außenrotatoren, Schulterblattstabilität, Brustwirbelsäule und Rumpf, weil diese Bereiche die Schulter im Wasser indirekt mittragen.
Eine Schulter, die heute noch empfindlich ist, kann in einigen Tagen besser reagieren, wenn Belastung, Technik und Übungen zusammenpassen.