Gitarre verstimmt sich schnell nach dem Stimmen: Ursachen und Lösungen

Lesedauer: 15 Min
Aktualisiert: 29. März 2026 21:08

Wenn eine Gitarre nach dem Stimmen schnell wieder aus der Tonlage zieht, steckt die Ursache meist nicht in einem einzigen Punkt. Häufig kommen mehrere Dinge zusammen: neue oder alte Saiten, ungünstige Wicklungen an den Mechaniken, Reibung im Sattel, ein bewegliches Tremolo oder eine Stimmtechnik, bei der sich die Saite nicht wirklich setzt.

Das ist auch der Grund, warum die Gitarre direkt nach dem Stimmen erst passend klingt und kurze Zeit später schon wieder zu hoch oder zu tief liegt. Viele drehen dann einfach noch einmal nach, obwohl das eigentliche Problem ganz woanders sitzt. Auf Dauer macht das das Stimmen nicht leichter, sondern eher zäher, weil die Ursache immer im Hintergrund weiterläuft.

Wenn du den Fehler sauber eingrenzt, wird die Sache meist schnell verständlich. Eine Gitarre, die sich nach dem Stimmen zügig wieder verstimmt, zeigt fast immer an einer bestimmten Stelle, wo der Haken sitzt. Mal geben die Saiten noch nach, mal klemmt der Sattel, mal sitzt die Wicklung nicht stabil, und bei Tremolo-Gitarren kommt zusätzliche Bewegung ins System. Genau diese Stellen solltest du nacheinander prüfen.

Neue Saiten geben nach dem Stimmen oft noch nach

Der häufigste Grund ist erstaunlich schlicht: Neue Saiten sind nach dem Aufziehen noch nicht wirklich gesetzt. Sie haben sich an Steg, Mechanik und Sattel noch nicht sauber eingearbeitet und geben deshalb nach dem ersten Stimmen weiter nach. Dann klingt die Gitarre zunächst richtig, verliert aber schon nach wenigen Akkorden oder Bendings wieder an Stimmung.

Das fällt besonders stark auf, wenn die Saiten frisch gewechselt wurden und direkt danach gespielt wird. Viele stimmen dann wieder und wieder nach, ohne die Saiten wirklich zu setzen. Die Folge ist ein endloses Kreisen: stimmen, spielen, wieder verstimmt, wieder stimmen, wieder spielen. Dabei liegt die Ursache nicht an den Mechaniken, sondern daran, dass die Saiten noch nicht stabil sitzen.

Gerade bei Westerngitarren und E-Gitarren mit frischen Stahlsaiten ist das normal. Bei Konzertgitarren mit Nylonsaiten kann dieses Nachgeben sogar deutlich länger dauern. Dort reicht oft nicht eine halbe Stunde, sondern eher ein längerer Zeitraum mit mehreren Stimmrunden, bis die Stimmung ruhiger bleibt.

Wichtig ist deshalb, neue Saiten nach dem Aufziehen bewusst zu setzen. Das bedeutet nicht, sie brutal in die Höhe zu reißen, sondern sie entlang der Spielstrecke vorsichtig etwas anzuheben, dann wieder zu stimmen und den Vorgang ein paar Mal zu wiederholen. Dadurch nimmt die anfängliche Dehnung schneller ab und die Stimmung wird deutlich ruhiger.

Die Wicklungen an den Mechaniken sitzen nicht stabil

Ein sehr häufiger Auslöser sitzt direkt an der Kopfplatte. Wenn die Saite an der Mechanik ungünstig aufgewickelt wurde, hält sie die Spannung nicht sauber. Dann kann sie sich beim Spielen minimal nachziehen oder anders setzen, und die Tonhöhe läuft wieder weg.

Das Problem entsteht oft beim Saitenwechsel. Entweder wurde zu viel Saitenlänge auf der Achse gelassen, sodass zu viele Wicklungen entstehen, oder es sind zu wenige Wicklungen vorhanden. Beides kann unruhig werden. Zu viele Wicklungen erhöhen die Beweglichkeit an der Mechanik, zu wenige geben der Saite zu wenig Halt. Noch kritischer wird es, wenn sich die Wicklungen übereinanderlegen oder kreuz und quer laufen. Dann liegt die Saite nicht sauber an, sondern arbeitet sich beim Stimmen und Spielen weiter ein.

Gut ist eine saubere, abwärts laufende Wicklung mit passender Anzahl und klarer Zugrichtung. Die Saite sollte sich ordentlich auf die Achse legen und nicht chaotisch darum herumschlängeln. Gerade bei Gitarren ohne Locking-Mechaniken macht das einen deutlichen Unterschied.

Wenn du das Gefühl hast, dass die Gitarre schon kurz nach dem Stimmen wieder tiefer wird und die Saiten selbst nicht mehr ganz neu sind, lohnt sich dieser Blick besonders. Ungünstige Wicklungen machen das ganze Instrument instabil, obwohl Sattel, Steg und Hals sonst völlig in Ordnung sein können.

Der Sattel bremst die Saite beim Stimmen

Ein weiterer Klassiker ist der Sattel. Die Saite läuft dort durch eine Kerbe, und genau an dieser Stelle kann sie hängen bleiben. Dann stimmst du die Gitarre zwar scheinbar sauber, aber die Spannung verteilt sich nicht gleichmäßig zwischen Mechanik, Sattel und restlicher Saite. Spielst du dann einen Akkord, ein Bending oder betätigst ein Tremolo, springt die Spannung nach, und die Gitarre ist wieder verstimmt.

Das zeigt sich oft an einem sehr typischen Verhalten. Beim Stimmen reagiert die Saite nicht gleichmäßig, sondern sprunghaft. Du drehst an der Mechanik, erst passiert wenig, dann springt der Ton plötzlich. Oder die Stimmung ist nach dem Stimmen zunächst okay, kippt aber direkt nach einem kräftigen Anschlag oder nach Bendings. Dann sitzt das Problem sehr oft am Sattel.

Besonders anfällig sind die Stellen, an denen dickere Saiten durch enge oder raue Kerben laufen. Auch bei Gitarren, bei denen der Sattel ab Werk nicht besonders sauber gearbeitet ist, kommt das häufig vor. Bei E-Gitarren mit Tremolo macht sich das noch deutlicher bemerkbar, weil jede zusätzliche Bewegung im System sofort auf diese Reibungsstelle trifft.

Was steckt hinter Nicht und Sich?

Wenn der Sattel bremst, bringt ständiges Nachstimmen wenig. Dann musst du die Ursache an dieser Stelle lösen. Manchmal reicht eine kleine Pflege mit geeignetem Schmiermittel oder Graphit, manchmal ist die Kerbe selbst nicht passend gearbeitet. Wenn die Saite dort hörbar oder spürbar springt, ist das ein ziemlich klarer Hinweis.

Auch am Steg kann die Saite hängen oder sich setzen

Nicht nur der Sattel spielt mit. Auch am Steg oder an der Ball-End-Auflage kann eine Saite Bewegungsreserven haben. Bei Westerngitarren sitzt das Ende im Steg, bei E-Gitarren hängt die Konstruktion stark vom jeweiligen System ab. In beiden Fällen kann es passieren, dass die Saite anfangs nicht ganz sauber sitzt und sich erst unter Zug weiter einarbeitet.

Das merkst du vor allem dann, wenn die Gitarre nach dem Saitenwechsel mehrfach nachgibt, obwohl die Wicklungen ordentlich aussehen. Dann lohnt sich ein Blick auf das Saitenende, auf die Brücke und auf die Frage, ob die Saite wirklich korrekt eingelegt wurde. Gerade bei akustischen Gitarren mit Stegpins oder bei Gitarren mit Tremolosystemen kann hier anfangs etwas Spiel bleiben.

Auch Schmutz oder scharfe Kanten am Steg können die Stimmung unruhig machen. Das ist seltener als ein Problem am Sattel, aber keineswegs ungewöhnlich. Wenn alles an der Kopfplatte ordentlich aussieht und die Saite trotzdem unruhig wirkt, sollte dieser Bereich mitgedacht werden.

Ein Tremolo bringt zusätzliche Bewegung ins System

Sobald eine Gitarre ein bewegliches Tremolo hat, wird das Thema Stimmung empfindlicher. Das bedeutet nicht, dass Tremolo-Gitarren grundsätzlich unzuverlässig wären. Es heißt nur, dass mehr Teile zusammenspielen müssen. Jede Reibung, jede kleine Unsauberkeit und jede unterschiedlich arbeitende Saite fällt dadurch schneller auf.

Bei klassischen Vintage-Tremolos, modernen Zwei-Punkt-Systemen oder Floyd-Rose-Konstruktionen verhalten sich die Details jeweils anders, aber das Grundprinzip bleibt gleich: Die Saitenspannung steht im Gleichgewicht mit den Federn und der Mechanik des Systems. Wenn dieses Gleichgewicht nicht sauber arbeitet, zieht die Stimmung schneller weg.

Das macht sich vor allem bemerkbar, wenn die Gitarre nach Tremoloeinsatz nicht exakt in die Ausgangsstimmung zurückkommt. Dann kann der Sattel mitspielen, aber auch die Brücke selbst, die Messerkanten, die Federspannung oder die allgemeine Einstellung des Systems. Manche Gitarren verstimmen sich dann nicht nach jedem Akkord, aber sofort nach leichtem Vibratohebel-Einsatz. Das ist ein starkes Zeichen.

Bei Tremolo-Gitarren ist es deshalb besonders wichtig, sauber zu stimmen, die Saiten ordentlich zu setzen und Reibungsstellen ernst zu nehmen. Ein kleiner Fehler an einer Stelle zieht hier oft mehrere Saiten mit.

Alte Saiten stimmen oft unruhiger als gedacht

Nicht nur neue Saiten können Probleme machen. Auch alte Saiten führen häufig dazu, dass die Gitarre ihre Stimmung schlechter hält. Mit der Zeit setzen sich Schmutz, Schweiß und feine Veränderungen im Material fest. Die Saite schwingt dann nicht nur matter, sondern reagiert beim Stimmen oft auch träger und ungleichmäßiger.

Das zeigt sich besonders dann, wenn einzelne Saiten nicht mehr richtig intonieren, Bendings sich seltsam anfühlen oder die Stimmung nie lange ruhig bleibt, obwohl das Instrument sonst keinen auffälligen Eindruck macht. Alte Saiten müssen nicht sofort reißen, um unbrauchbar zu werden. Sie können schlicht an Elastizität und Gleichmäßigkeit verlieren.

Wenn du also schon länger denselben Satz spielst und die Gitarre sich zunehmend schneller verstimmt, solltest du diesen Punkt nicht unterschätzen. Manchmal sitzt die ganze Unruhe nicht am Instrument, sondern am Zustand der Saiten selbst. Ein frischer Satz mit sauberem Aufziehen bringt dann oft mehr als langes Suchen an anderen Stellen.

Die Art des Stimmens entscheidet mehr, als viele glauben

Ein weiterer Punkt sitzt direkt in der Hand. Wer eine Gitarre nur grob an den Zielton heranführt oder sich beim Stimmen ständig von oben und unten an den Ton herantastet, baut oft unruhige Spannung auf. Die Saite sitzt dann zwar scheinbar richtig, aber nicht wirklich stabil.

Wichtig ist vor allem, wie du den Zielton ansteuerst. In den meisten Fällen ist es besser, sich von unten an die richtige Tonhöhe heranzuarbeiten. Wenn du zu hoch stimmst und dann wieder zurückdrehst, kann die Saite an Sattel oder Mechanik anders anliegen, als wenn du den Ton sauber von unten erreichst. Das macht gerade bei empfindlichen Gitarren einen hörbaren Unterschied.

Ebenso wichtig ist, zwischen den Saiten nicht hektisch hin und her zu springen. Wenn du alle sechs Saiten einmal grob stimmst und dann noch zwei oder drei Durchgänge in Ruhe machst, setzt sich das Gesamtsystem meist besser, als wenn du jede Saite einzeln auf Perfektion zwingst, während die anderen noch stark danebenliegen.

Das gilt besonders bei Gitarren mit Tremolo, aber auch bei festen Brücken. Eine Gitarre ist eben kein starres Brett mit sechs völlig unabhängigen Drähten. Jede Spannungsänderung beeinflusst das Gesamtsystem ein Stück weit mit.

Typische Anzeichen rund um Saiten

Starke Bendings und kräftiger Anschlag zeigen Schwachstellen sofort

Manche Gitarren fallen beim vorsichtigen Stimmen kaum auf und erst beim Spielen wird klar, dass die Stimmung nicht hält. Das ist kein Widerspruch. Beim Spielen wirken Kräfte auf die Saiten, die im stillen Stand noch gar nicht sichtbar waren. Bendings, kräftiger Anschlag, Akkorde mit viel Druck oder Vibrato über die Greifhand bringen genau die Stellen zum Vorschein, an denen die Spannung nicht sauber verteilt ist.

Wenn die Gitarre nach ein paar offenen Akkorden schon deutlich schlechter klingt oder einzelne Saiten nach Bendings tiefer oder höher liegen, ist das kein Zeichen für „schlechtes Stimmen“, sondern ein Hinweis. Dann stimmt etwas im System nicht stabil. Oft ist das der Sattel, manchmal die Wicklung, manchmal eine noch nicht gesetzte Saite.

Gerade deshalb solltest du nicht nur im Leerlauf prüfen. Stimme die Gitarre sauber, spiele ein paar Akkorde, ziehe einzelne Bendings, kontrolliere danach noch einmal. Dieses Verhalten verrät oft mehr als das bloße Stimmen selbst.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit verändern die Stimmung ebenfalls

Nicht jede Verstimmung ist sofort ein mechanischer Fehler. Gitarren reagieren auf ihre Umgebung. Ein kalter Raum, ein schneller Wechsel vom Proberaum ins Auto, trockene Heizungsluft oder ein sehr feuchter Tag verändern das Verhalten von Holz und Saiten. Das betrifft nicht nur akustische Gitarren, sondern auch E-Gitarren, wenn auch oft etwas anders.

Holz arbeitet, Metall reagiert auf Temperatur, und beides zusammen verändert die Spannung im Instrument. Manchmal reicht schon ein Ortswechsel, damit die Gitarre nach dem Stimmen kurze Zeit später wieder leicht danebenliegt. Das ist besonders auffällig, wenn direkt nach dem Auspacken gestimmt wird und das Instrument sich im Raum noch nicht angepasst hat.

Wenn du also das Gefühl hast, dass die Gitarre nur in bestimmten Situationen extrem unruhig ist, solltest du die Umgebung mitdenken. Eine Gitarre, die direkt nach dem Transport schnell wieder aus der Tonlage zieht, braucht manchmal schlicht ein wenig Zeit, bis sie sich an Temperatur und Raumklima angepasst hat.

Der Hals selbst kann die Stimmung unruhig machen

Weniger häufig, aber durchaus relevant: Auch die Halseinstellung spielt mit. Wenn die Halskrümmung deutlich nicht passt oder die Gitarre insgesamt sehr unruhig reagiert, kann das das Spielgefühl und damit auch den Eindruck von Verstimmung verschärfen. Vor allem bei starker Saitenlage oder Problemen in der Oktavreinheit wirkt das Instrument dann schneller „falsch“, obwohl nicht jede Abweichung ein reines Stimmproblem ist.

Das bedeutet nicht, dass eine leicht veränderte Halskrümmung jede Verstimmung erklärt. Aber wenn du parallel auch mit schnarrenden Saiten, sehr hoher Lage oder unplausibler Intonation kämpfst, solltest du den Zustand des Halses mit einbeziehen. Dann geht es nicht nur um die Frage, warum die Gitarre nach dem Stimmen wegläuft, sondern auch darum, ob die ganze Grundeinstellung gerade passt.

Gerade bei jahreszeitlichen Veränderungen kann dieser Punkt ins Spiel kommen. Ein Instrument, das monatelang ruhig war und plötzlich insgesamt schwieriger wird, braucht manchmal nicht nur neue Saiten, sondern eine kurze Nachjustierung.

So gehst du Schritt für Schritt vor

Wenn du das Problem möglichst ohne Umwege finden willst, arbeite am besten in einer klaren Reihenfolge. So vermeidest du, dass du an fünf Stellen gleichzeitig schraubst und hinterher nicht mehr weißt, was wirklich geholfen hat.

  • Prüfe zuerst, ob die Saiten neu oder sehr alt sind.
  • Schau dir die Wicklungen an den Mechaniken genau an.
  • Stimme die Gitarre ruhig und sauber von unten an den Zielton heran.
  • Ziehe die Saiten nach dem Stimmen vorsichtig etwas an und stimme erneut.
  • Achte darauf, ob einzelne Saiten beim Stimmen sprunghaft reagieren.
  • Kontrolliere nach ein paar Bendings oder Akkorden erneut die Tonhöhe.
  • Wenn vor allem nach Bendings oder Tremoloeinsatz Probleme auftreten, prüfe Sattel und Tremolo besonders genau.
  • Wenn die Gitarre insgesamt auffällig unruhig bleibt, nimm Halseinstellung und Intonation mit in den Blick.

Diese Reihenfolge ist gut, weil du damit zuerst die häufigsten und einfachsten Ursachen abdeckst. Oft liegt das Problem schon bei den Saiten oder an einer kleinen Reibungsstelle. Du musst also nicht sofort an Mechanikschaden oder großes Setup denken.

Woran du erkennst, ob eher der Sattel oder eher die Mechanik schuld ist

Diese Unterscheidung hilft in der Praxis sehr. Wenn die Saite beim Stimmen gleichmäßig reagiert, aber nach kurzer Zeit wieder langsam tiefer wird, lohnt sich der Blick eher auf Saite und Wicklung. Wenn sie dagegen beim Stimmen erst hängen bleibt und dann plötzlich springt, ist der Sattel deutlich verdächtiger.

Auch nach Bendings zeigt sich das gut. Bleibt eine Saite danach zu hoch oder zu tief und wirkt dabei wie festgehalten, sitzt oft Reibung im Spiel. Bei chaotischen oder zu vielen Wicklungen ist das Verhalten meist weniger sprunghaft, sondern eher allgemein instabil.

Wenn mehrere Saiten gleichzeitig unruhig sind, kann auch das Tremolosystem mitbeteiligt sein. Dann ist die Ursache nicht nur an einer einzelnen Saite zu suchen, sondern im Zusammenspiel.

Welche Folgen sind bei Nicht üblich?

Ein Gitarrenbauer hilft, wenn die Gitarre trotz allem nicht stabil stimmt

Es gibt einen Punkt, an dem weitere Versuche zu Hause nicht mehr viel bringen. Wenn du die Saiten korrekt aufgezogen hast, ordentlich stimmst, der Satz nicht uralt ist und die Gitarre trotzdem ständig wegzieht, dann sollte ein Fachmann draufschauen. Das gilt besonders, wenn der Sattel sichtbar oder hörbar Probleme macht, das Tremolo nicht sauber zurückkommt oder Hals und Oktavreinheit gleichzeitig auffällig sind.

Ein Gitarrenbauer kann sehr schnell sehen, ob eine Sattelkerbe klemmt, ob der Hals nachgestellt werden sollte, ob die Intonation danebenliegt oder ob am Tremolo selbst etwas nicht sauber läuft. Gerade bei Instrumenten, die grundsätzlich gut sind, lohnt sich das deutlich eher als monatelanges Nachstimmen und Rätseln.

Wichtig ist dabei nicht die große Reparatur, sondern oft eine kleine, passende Korrektur. Viele Gitarren brauchen keinen Komplettumbau, sondern nur eine saubere Einstellung an der Stelle, die im Alltag immer wieder Ärger macht.

Häufige Fragen

Warum verstimmt sich meine Gitarre direkt nach dem Saitenwechsel?

Weil neue Saiten sich erst setzen müssen. Sie geben an Mechanik, Sattel und Steg noch nach und verlieren deshalb nach den ersten Stimmversuchen schnell wieder Spannung. Mit vorsichtigem Setzen und mehrmaligem Nachstimmen wird das meist deutlich besser.

Warum ist vor allem die G-Saite immer wieder daneben?

Die G-Saite fällt besonders oft auf, weil sie im Verhältnis zu Spannung, Wicklung und Sattelkerbe empfindlich reagieren kann. Wenn gerade sie beim Stimmen sprunghaft reagiert oder nach Bendings sofort danebenliegt, lohnt sich ein genauer Blick auf Wicklung und Sattel.

Worauf achten, wenn Sich eine Rolle spielt?

Halten Locking-Mechaniken die Stimmung automatisch besser?

Sie helfen vor allem dabei, Wicklungsfehler zu reduzieren und das Aufziehen stabiler zu machen. Sie lösen aber nicht jedes Problem. Wenn der Sattel klemmt oder das Tremolo unruhig arbeitet, bleibt die Stimmung auch mit Locking-Mechaniken instabil.

Kann falsches Stimmen allein der Grund sein?

Ja, zumindest teilweise. Wer sich ständig von oben und unten an den Ton herantastet oder die Saiten nach dem Stimmen nicht setzt, baut leicht unruhige Spannung auf. Das macht die Gitarre unnötig wackelig, auch wenn mechanisch alles in Ordnung ist.

Woran erkenne ich, ob der Sattel klemmt?

Ein typisches Zeichen ist sprunghaftes Verhalten beim Stimmen. Du drehst an der Mechanik, erst passiert wenig, dann springt der Ton plötzlich. Auch Probleme nach Bendings oder Tremoloeinsatz sprechen oft dafür.

Warum verstimmt sich meine Gitarre nur nach Bendings?

Dann sitzt die Ursache häufig an einer Reibungsstelle, meist am Sattel. Die Saite bewegt sich beim Bending, kehrt aber nicht sauber in ihre ursprüngliche Spannung zurück. Dann stimmt sie im Leerlauf kurz, nach dem Spielen aber nicht mehr.

Kann das Raumklima wirklich so viel ausmachen?

Ja, besonders bei deutlichen Wechseln. Holz und Metall reagieren auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Wenn die Gitarre gerade transportiert wurde oder sich der Raum stark verändert hat, kann die Stimmung eine Weile unruhiger sein.

Warum bleibt eine Tremolo-Gitarre schlechter in Stimmung?

Weil das System mehr bewegliche Teile hat und jede Reibung stärker ins Gewicht fällt. Wenn Sattel, Mechaniken, Saiten oder Tremolo nicht sauber zusammenspielen, kommt die Gitarre nach Bewegung nicht exakt in die Ausgangslage zurück.

Bringt Graphit im Sattel wirklich etwas?

Bei leichten Reibungsproblemen kann das helfen, weil die Saite leichter durch die Kerbe läuft. Es ist aber kein Wundermittel. Wenn die Kerbe unpassend gearbeitet ist, bleibt die Ursache bestehen.

Wann sollte ich mit der Gitarre zu einem Gitarrenbauer gehen?

Dann, wenn die üblichen Punkte bereits geprüft wurden und die Gitarre trotzdem nicht stabil stimmt. Besonders bei auffälligem Sattel, Tremolo-Problemen, schlechter Intonation oder unruhigem Halsverhalten lohnt sich das früh.

Fazit

Wenn sich die Gitarre nach dem Stimmen schnell wieder verstimmt, liegt das meist an einem klar benennbaren Punkt: neue oder alte Saiten, ungünstige Wicklungen, Reibung im Sattel, ein empfindliches Tremolo oder eine unstabile Stimmtechnik. Wer diese Stellen nacheinander prüft, findet die Ursache oft schneller als gedacht. Am meisten bringt ein ruhiger Ablauf: Saitenzustand prüfen, Wicklungen kontrollieren, sauber stimmen, Saiten setzen und danach gezielt auf Sattel oder Tremolo schauen. Dann wird aus ständigem Nachstimmen oft wieder ein Instrument, das deutlich ruhiger in der Stimmung bleibt.

Zusammenfassung

Gitarre verstimmt sich schnell nach dem Stimmen: Ursachen und Lösungen: Wenn du das Gefühl hast, dass die Gitarre schon kurz nach dem Stimmen wieder tiefer wird und die Saiten selbst nicht mehr ganz neu sind, lohnt sich dieser Blick besonders.

Häufig kommen mehrere Dinge zusammen: neue oder alte Saiten, ungünstige Wicklungen an den Mechaniken, Reibung im Sattel, ein bewegliches Tremolo oder eine Stimmtechnik, bei der sich die Saite nicht wirklich setzt.

Checkliste
  • Prüfe zuerst, ob die Saiten neu oder sehr alt sind.
  • Schau dir die Wicklungen an den Mechaniken genau an.
  • Stimme die Gitarre ruhig und sauber von unten an den Zielton heran.
  • Ziehe die Saiten nach dem Stimmen vorsichtig etwas an und stimme erneut.
  • Achte darauf, ob einzelne Saiten beim Stimmen sprunghaft reagieren.
  • Kontrolliere nach ein paar Bendings oder Akkorden erneut die Tonhöhe.
  • Wenn vor allem nach Bendings oder Tremoloeinsatz Probleme auftreten, prüfe Sattel und Tremolo besonders genau.
  • Wenn die Gitarre insgesamt auffällig unruhig bleibt, nimm Halseinstellung und Intonation mit in den Blick.

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