Warum trocknet das Holz für den Kamin trotz Lagerung nicht richtig?

Lesedauer: 15 Min
Aktualisiert: 26. März 2026 17:41

Holz für den Kamin trocknet oft nicht deshalb schlecht, weil es überhaupt nicht gelagert wurde, sondern weil es zwar irgendwo liegt, aber unter Bedingungen, die Feuchtigkeit nicht zuverlässig aus dem Holz herausbringen. Entscheidend sind Luft, Sonne, Abstand zum Boden, Scheitgröße, Holzart, Lagerdauer und die Frage, ob das Holz zwischenzeitlich wieder Feuchtigkeit aufgenommen hat. Fürs Heizen gilt trockenes Scheitholz im Bereich von etwa 15 bis 20 Prozent Wassergehalt beziehungsweise unter 25 Prozent Holzfeuchte als geeignet. Frisch geschlagenes Holz liegt dagegen je nach Holzart und Jahreszeit oft noch bei 45 bis 60 Prozent Wasser.  Weitere Hintergründe zu Warum knistert der Kamin trotz gut getrocknetem Holz?. Weitere Hintergründe zu Warum entstehen Blasen auf dem Laminatboden?.

Genau deshalb ist Lagerung nicht automatisch gleich Trocknung. Ein Holzstapel kann monatelang im Garten stehen und trotzdem zu feucht bleiben, wenn der Platz schattig ist, die Luft kaum durchkommt, Regen seitlich einzieht oder die Scheite zu dick und zu dicht gestapelt sind. Viele wundern sich dann, weil das Holz äußerlich trocken wirkt, im Ofen aber schlecht anzieht, zischend verbrennt oder viel Rauch macht. Das Problem sitzt dann nicht am Ofen, sondern viel früher im Holzlager. 

Ein weiterer Punkt wird oft unterschätzt: Nicht jedes Holz trocknet gleich schnell. Je nach Art und Lagerung nennt das Schornsteinfegerhandwerk für luftgetrocknetes Brennholz grob ein bis zwei Jahre. In der dort genannten Übersicht kommen Pappel und Fichte oft nach rund einem Jahr in einen brauchbaren Bereich, Birke, Erle und Linde eher nach etwa eineinhalb Jahren und Buche, Eiche, Esche oder Obstgehölze häufig erst nach rund zwei Jahren. Wer hartes Laubholz nach einem Sommer schon für ofenfertig hält, liegt deshalb oft schlicht zu früh. 

Lagerung allein reicht nicht, wenn die Bedingungen falsch sind

Viele verbinden Holzlagerung mit einem einfachen Bild: Scheite stapeln, Plane drüber, warten. Für trockenes Kaminholz reicht das oft nicht. Holz gibt Feuchtigkeit nur dann vernünftig ab, wenn ständig Luft an die Oberfläche kommt und die entweichende Feuchtigkeit vom Lagerplatz weggetragen wird. Genau deshalb nennen offizielle Ratgeber immer wieder dieselben Grundbedingungen: sonnig, luftig, vor Regen geschützt und ohne direkten Bodenkontakt. Fehlt davon mehr als ein Punkt, wird aus Lagerung schnell nur Aufbewahrung. 

In der Praxis sieht man das oft an Holzstapeln, die äußerlich ordentlich aussehen, aber seitlich fast geschlossen sind, hinten dicht an einer Wand kleben oder in einer dauerhaft feuchten Ecke stehen. Das Holz wird dabei nicht zwingend nass wie frisch geschlagenes Holz, aber es trocknet zu langsam oder stagniert irgendwann auf einem Niveau, das zum Heizen noch nicht gut genug ist. Dann fühlt sich das Warten lang an, ohne dass sich die Restfeuchte entscheidend verbessert. 

Frisches Holz startet mit deutlich zu viel Wasser

Ein Grund, warum viele den Trocknungserfolg überschätzen, liegt schon am Anfang. Frisch geschlagenes Holz ist sehr nass. Umweltbundesamt und forstliche Fachstellen nennen je nach Holzart und Jahreszeit oft 45 bis 60 Prozent Wassergehalt, teilweise mehr. Wer diesen Ausgangspunkt nicht mitdenkt, erwartet nach einigen Monaten zu schnell ein Ergebnis, das physikalisch noch gar nicht realistisch ist. 

Daraus folgt etwas Wichtiges: Ein Sommer allein ist nicht automatisch genug. Gerade wenn das Holz spät im Jahr geschlagen wurde, in dicken Stücken lagert oder nicht sauber gespalten ist, bleibt der Weg bis zu brauchbaren Werten lang. Selbst wenn die Oberfläche trocken aussieht, kann der Kern noch deutlich zu feucht sein. Das ist einer der häufigsten Gründe, warum Kaminholz nach längerer Lagerung immer noch schwer anbrennt oder im Ofen wenig Leistung bringt. 

Die Trocknungszeit wird oft zu knapp eingeschätzt

Viele Probleme entstehen, weil „ein Jahr gelagert“ zu schnell mit „trocken“ gleichgesetzt wird. Offizielle Empfehlungen sprechen zwar oft von ein bis zwei Jahren, aber genau diese Spanne ist entscheidend. Zwischen Fichte auf gutem Lagerplatz und Buche in dicken Scheiten liegt ein großer Unterschied. Wenn schwere Laubhölzer mit großem Querschnitt nur einen Sommer abbekommen haben, sind sie oft noch nicht dort, wo sie für den Kamin sein sollten. 

Hinzu kommt, dass nicht nur die Holzart, sondern auch der Lagerort mitmischt. Zwei Jahre an einem luftigen, sonnigen Standort sind etwas anderes als zwei Jahre in einer schattigen Ecke mit schwacher Luftbewegung. Wer also die Lagerzeit nennt, aber den Platz nicht mitbewertet, bekommt schnell ein schiefes Bild. Das Holz war dann nicht „trotz Lagerung“ noch feucht, sondern wegen einer Lagerung, die zu wenig Trocknung ermöglicht hat. 

Zu dichte Stapel bremsen die Trocknung stark aus

Holz trocknet nicht gut, wenn der Stapel kaum Luft durchlässt. Genau das passiert aber oft. Die Scheite werden sehr eng gesetzt, seitlich verdichtet oder als großer kompakter Block aufgesetzt. Von außen sieht das ordentlich aus, innen entsteht aber kaum Luftbewegung. Feuchtigkeit kann dann schlechter entweichen, und die Trocknung verlangsamt sich spürbar. Offizielle Lagerhinweise betonen deshalb immer wieder luftdurchlässiges Stapeln und gute Belüftung. 

Besonders ungünstig sind breite, tiefe Stapel ohne Zwischenraum oder mehrere Holzstöße, die fast aneinandergequetscht stehen. Dann trocknet oft nur die Außenzone gut, während es im Kernbereich lange feuchter bleibt. Das ist einer der Gründe, warum ein Stapel an den Randstücken akzeptabel wirken kann, einzelne Scheite aus der Mitte aber noch weit weg vom Zielwert sind. 

Der Lagerplatz ist zu schattig, zu windstill oder dauerhaft feucht

Für Kaminholz ist nicht jeder Gartenwinkel gleich gut. Die offiziellen Empfehlungen sind ziemlich eindeutig: sonnig, regengeschützt und gut belüftet. Genau daran scheitert es häufig. Nordseiten, enge Ecken zwischen Mauern, dicht bewachsene Heckenbereiche oder Plätze direkt hinter einem Schuppen wirken zwar praktisch, trocknen aber oft schwächer. Wenn Sonne und Luftbewegung fehlen, läuft die Feuchteabgabe langsamer. 

Besonders kritisch wird es, wenn zum Schatten noch Bodenfeuchte oder seitlicher Schlagregen kommen. Dann muss das Holz nicht einmal sichtbar nass sein, um schlecht zu trocknen. Es reicht oft schon, dass die Umgebung dauerhaft kühl und feucht bleibt. Ein Lagerplatz kann deshalb trocken aussehen und trotzdem für Brennholz ungünstig sein. Entscheidend ist nicht, ob dort kein Wasser steht, sondern ob die Scheite dort über Monate wirklich auslüften können. 

Was steckt hinter Holz und Nicht?

Bodenkontakt zieht Feuchtigkeit nach

Einer der klassischen Lagerfehler ist direkter Kontakt zum Boden. Offizielle Ratgeber raten ausdrücklich zu trockenem Unterbau, Palette, Latten oder Querhölzern, weil Holz sonst Feuchtigkeit vom Untergrund nachziehen kann. Das ist besonders bei Erdreich, Pflaster mit schlechter Abtrocknung oder schattigen Lagerplätzen problematisch. 

Der Effekt ist oft größer, als viele denken. Schon die untersten Reihen können deutlich schlechter trocknen oder bei Regenperioden wieder Feuchtigkeit aufnehmen. Wenn dann der gesamte Stapel dicht und schwer aufgebaut ist, bleibt die feuchtere Bodenzone lange ein Problem. Wer sich wundert, warum das Holz unten muffiger, dunkler oder schwerer ist als oben, schaut fast immer auf genau diesen Fehler. 

Falsch abgedeckt ist fast so schlecht wie gar nicht abgedeckt

Eine Abdeckung ist wichtig, aber nur in der richtigen Form. Das Holz soll vor Regen und Schnee geschützt sein, darf aber nicht luftdicht eingepackt werden. Genau hier gehen viele Stapel schief. Wird das Holz vollständig in Plane oder Folie eingewickelt, staut sich Feuchtigkeit darunter. Das Material ist zwar formal „geschützt“, trocknet aber deutlich schlechter, weil die Luft fehlt. 

Sinnvoll ist vor allem Schutz von oben, während die Seiten möglichst atmen können. Eine Überdachung oder eine sauber aufgelegte obere Abdeckung hilft, wenn sie Regen abhält, aber die Luftzirkulation nicht kappt. Seitlich komplett eingeschlossene Stapel verlieren genau den Effekt, der die Lagerung eigentlich trocken machen soll. Darum ist eine „ordentliche“ Plane oft nur dann gut, wenn sie nicht alles abschließt. 

Zu dicke oder ungespaltene Scheite trocknen deutlich langsamer

Die Scheitgröße spielt eine größere Rolle, als viele denken. Offizielle Hinweise betonen, dass gespaltenes Holz besser trocknet, weil mehr Oberfläche frei wird und Feuchtigkeit schneller entweichen kann. Auch der Querschnitt ist wichtiger als die bloße Länge. Große, schwere Stücke mit wenig freier Fläche brauchen wesentlich länger als sauber gespaltene, ofengerechte Scheite. 

Genau deshalb trocknen grobe Rundlinge oder sehr dicke Stücke oft außen an, bleiben innen aber zäh feucht. Von außen sehen sie dann reif aus, beim Nachmessen oder Verheizen zeigen sie aber, dass der Kern noch nicht mitgezogen hat. Wer Holz für den Kamin selbst macht, gewinnt viel, wenn früh gesägt, gespalten und in der späteren Feuerungsgröße gelagert wird. 

Geschlossene Räume trocknen frisches Holz meist nicht gut genug

Ein häufiger Irrtum ist die Lagerung in Keller, Garage oder geschlossener Hütte in der Hoffnung, dort sei das Holz besser geschützt. Für bereits trockenes, ofenfertiges Holz kann ein geschlossener Raum funktionieren. Offizielle Hinweise unterscheiden hier klar zwischen Trocknung und späterer Lagerung: Frisches Brennholz soll zum Trocknen sonnig, regengeschützt und gut belüftet lagern, während bereits trockenes Scheitholz auch in geschlossenen Räumen aufbewahrt werden kann. 

Fürs eigentliche Nachtrocknen sind geschlossene Räume daher oft zu schwach, weil Luftwechsel und Abtransport der Feuchtigkeit fehlen. Wenn frisches Holz monatelang im Keller steht, ist es zwar vor Regen geschützt, gibt seine Feuchte aber deutlich schlechter los. Das ist einer der Gründe, warum Brennholz aus Innenlagern oft enttäuscht, obwohl es „trocken gelagert“ wurde. 

Das Holz zieht später wieder Feuchtigkeit

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Holz bleibt hygroskopisch. Es kann also erneut Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen. Das Schornsteinfegerhandwerk weist ausdrücklich darauf hin, dass trockenes Holz im Herbst aus dem Außenlager geholt werden sollte, weil es sonst wieder Feuchtigkeit ziehen kann, etwa aus Nebel. Genau das erklärt, warum ein eigentlich gut getrockneter Stapel nach längerem Verbleib draußen wieder schlechtere Werte zeigen kann. 

Das heißt nicht, dass jeder Herbsttag das Holz sofort ruiniert. Es bedeutet aber, dass die Trocknung kein einmaliger Endzustand ist, der draußen unverändert bleibt. Wer ofenfertiges Holz offen in feuchter Jahreszeit draußen lässt, riskiert Rückschritte. Deshalb ist es sinnvoll, wirklich trockenes Holz nicht endlos im Außenlager zu belassen, sondern rechtzeitig in einen trockenen, geschützten Lagerraum zu bringen. 

Die Hauswand hilft nur mit Abstand und Hinterlüftung

Viele lagern Brennholz an der Hauswand. Das kann gut funktionieren, wenn dort Sonne hinkommt, Regen von oben abgehalten wird und zwischen Wand und Holz genug Luft zirkulieren kann. Problematisch wird es, wenn der Stapel direkt anliegt oder zwischen Wand und Holz kaum Bewegung bleibt. Dann fehlt die Hinterlüftung, und der vermeintlich geschützte Platz trocknet schlechter, als er aussieht. Offizielle und fachliche Lagerhinweise nennen deshalb Abstand zum Boden und gute Belüftung ausdrücklich als Grundprinzip; in der Praxis gehört dazu auch Luft hinter dem Stapel. 

Der Fehler ist besonders häufig, weil ein sauber an die Wand gesetzter Stapel optisch ordentlich wirkt. Fürs Trocknen ist „ordentlich“ aber nicht automatisch gut. Holz braucht keine enge Einfassung, sondern Luft. Wenn der Wandplatz zugleich schattig und windarm ist, bremst genau diese Kombination die Resttrocknung spürbar aus. 

Typische Anzeichen rund um Feuchtigkeit

Falsche Erwartungen an die Messung führen oft in die Irre

Beim Thema Feuchte gibt es zusätzlich viel Verwirrung, weil Wassergehalt und Holzfeuchte nicht dasselbe meinen. Fachstellen unterscheiden diese Begriffe klar: Etwa 20 Prozent Wassergehalt entsprechen ungefähr 25 Prozent Holzfeuchte. Genau deshalb wirken Angaben auf Messgerät, Lieferschein und Ratgeber manchmal unterschiedlich, obwohl sie denselben Bereich meinen. 

Daraus folgt ein häufiger Denkfehler: Jemand misst einen Wert, sieht eine Zahl unter oder über einer Grenze und interpretiert sie falsch, weil er nicht weiß, in welchem Bezug das Gerät arbeitet. Für die Praxis ist vor allem wichtig, dass Brennholz fürs Heizen in den genannten trockenen Bereich kommen muss und Werte deutlich darüber eben noch nicht gut genug sind. Wenn du misst, lohnt es sich also, nicht nur auf die Zahl zu schauen, sondern auch darauf, wie dein Gerät die Feuchte angibt. 

Nicht jede Holzart verhält sich gleich

Weichhölzer wie Fichte oder Pappel trocknen im Regelfall schneller als schweres Laubholz wie Buche oder Eiche. Das ist keine Kleinigkeit, sondern einer der Hauptgründe für falsche Einschätzungen. Wer verschiedene Holzarten gemeinsam lagert und nach einem festen Datum bewertet, erlebt oft, dass ein Teil schon gut ist und ein anderer noch klar hinterherhängt. 

Auch der Brennwert leidet, wenn das Holz zu feucht bleibt. Lufttrockenes Holz mit etwa 15 bis 20 Prozent Wassergehalt erreicht laut Schornsteinfegerhandwerk und forstlichen Fachstellen ungefähr 4 kWh pro Kilogramm, frisch geschlagenes Holz mit etwa 50 Prozent Wassergehalt dagegen nur rund 2 kWh pro Kilogramm. Feuchtes Holz bringt also nicht nur mehr Rauch und schlechteres Anheizen, sondern schlicht weniger nutzbare Wärme. 

Wenn das Holz im Ofen schlecht brennt, liegt die Ursache oft schon im Lager

Zu feuchtes Brennholz zeigt im Kamin meist ein ziemlich klares Bild. Es zündet zäher, braucht mehr Anheizhilfe, raucht stärker, bringt weniger Temperatur und kann die Verbrennung verschlechtern. Das Schornsteinfegerhandwerk weist außerdem darauf hin, dass zu feuchtes Holz die Entstehung von Glanzruß begünstigt, weil beim Verdampfen der Feuchtigkeit die Temperatur sinkt und das Holz unvollständiger verbrennt. 

Wenn du also wiederholt dasselbe Brennverhalten hast, lohnt es sich, nicht nur am Ofen, an der Luftregelung oder am Anzündaufbau zu suchen. Oft sitzt der eigentliche Grund Monate vorher im Holzlager. Holz, das trotz Lagerung nicht richtig trocknet, liefert später genau die typischen Probleme, die man dann fälschlich dem Ofen zuschreibt. 

So gehst du Schritt für Schritt vor, wenn das Holz nicht trocken wird

Zuerst den Lagerplatz ehrlich prüfen

Schau dir zuerst den Standort an. Kommt dort wirklich Luft hin, ist der Platz eher sonnig als schattig, bleibt der Stapel oben trocken und steht er ohne direkten Bodenkontakt? Wenn du hier schon zwei oder drei Schwächen erkennst, ist die Ursache oft praktisch gefunden. Holz trocknet nicht durch bloßes Liegen, sondern durch gute Bedingungen über viele Monate. 

Dann die Stapelung und Scheitgröße kontrollieren

Ist der Stapel luftig oder eher kompakt? Sind die Scheite sauber gespalten oder auffällig dick? Gerade große Querschnitte und enge Stapel bremsen die Trocknung massiv. Oft bringt nicht eine neue Plane die Lösung, sondern weniger Dichte, mehr Luft und besser gespaltenes Holz. 

Danach die Lagerdauer nach Holzart bewerten

Wer Buche oder Eiche nach einem Sommer als trocken erwartet, setzt oft zu früh an. Prüfe deshalb nicht nur, wie lange das Holz liegt, sondern auch, welche Art dort liegt und wie dick die Stücke sind. Ein Jahr kann reichen, muss aber keineswegs reichen. Bei schweren Laubhölzern sind zwei Jahre unter guten Bedingungen keine ungewöhnliche Größenordnung. 

Zum Schluss den Zustand im Jahresverlauf mitdenken

Wenn das Holz eigentlich schon recht trocken war, aber lange draußen geblieben ist, kann Wiederbefeuchtung eine Rolle spielen. Nebel, feuchte Herbstluft und ungünstige Außenlager können trockenes Holz wieder zurückwerfen. In solchen Fällen ist nicht die erste Trocknung komplett gescheitert, sondern die spätere Lagerung war für ofenfertiges Holz zu offen und zu feucht. 

Typische Situationen, in denen das Problem fast schon vorprogrammiert ist

Der Stapel steht sauber aufgereiht, aber in einer dunklen Ecke

Das Holz sieht ordentlich aus, ist vor Regen geschützt und kippt nicht. Trotzdem wird es nicht richtig trocken, weil Sonne und Luft fehlen. Solche Lagerplätze wirken praktisch, sind fürs Nachtrocknen aber oft zu schwach. Gerade zwischen Zaun, Hecke und Wand trocknet Holz deutlich schlechter als an einer freien, luftigen Seite. 

Das Holz liegt unter einer Plane, die bis fast auf den Boden reicht

Hier ist die Schutzidee richtig, die Ausführung aber problematisch. Oben trocken reicht nicht, wenn seitlich keine Luft mehr hinein- und herauskommt. Die Feuchtigkeit bleibt dann eher im System, statt sauber abtransportiert zu werden. Das Holz wird so vor Regen geschützt und gleichzeitig beim Trocknen ausgebremst. 

Buche wurde spät gespalten und schon nach einem Sommer verfeuert

Das ist ein sehr typischer Fall. Schweres Laubholz, dicker Querschnitt, später Start und vielleicht noch ein mittelguter Lagerplatz. Dann wundert man sich im Winter über schlechte Brennleistung, obwohl das Holz doch „seit Monaten“ lag. Genau diese Kombination ist aber oft einfach noch nicht weit genug. 

Welche Folgen sind bei Holz üblich?

Häufige Fragen zum trocknenden Kaminholz

Wie trocken muss Holz für den Kamin überhaupt sein?

Fürs Heizen wird lufttrockenes Holz im Bereich von etwa 15 bis 20 Prozent Wassergehalt beziehungsweise unter 25 Prozent Holzfeuchte als geeignet angesehen. Frisch geschlagenes Holz liegt deutlich darüber und muss daher erst ausreichend trocknen. 

Reicht ein Jahr Lagerung immer aus?

Nein. Je nach Holzart, Scheitgröße und Lagerbedingungen kann ein Jahr reichen oder klar zu kurz sein. Fichte trocknet oft schneller, Buche oder Eiche brauchen unter normalen Außenbedingungen häufig eher rund zwei Jahre. 

Warum trocknet Holz im Keller oder in der Garage schlecht?

Weil frisches Brennholz zum Trocknen vor allem Luftbewegung und gute Bedingungen im Außenlager braucht. Geschlossene Räume eignen sich eher für bereits trockenes, ofenfertiges Holz als für die eigentliche Nachtrocknung. 

Ist direkter Bodenkontakt wirklich so problematisch?

Ja. Offizielle Lagerhinweise empfehlen ausdrücklich Lagerung ohne direkten Bodenkontakt, weil das Holz sonst Feuchtigkeit vom Untergrund ziehen kann. Gerade die unteren Reihen leiden darunter oft zuerst. 

Soll man Brennholz komplett mit Plane einwickeln?

Nein, das ist meist keine gute Idee. Schutz von oben ist sinnvoll, aber seitlich braucht der Stapel Luft. Wird das Holz vollständig eingeschlossen, kann Feuchtigkeit schlechter entweichen. 

Worauf achten, wenn Nicht eine Rolle spielt?

Trocknet gespaltenes Holz wirklich schneller?

Ja. Gespaltenes Holz trocknet besser, weil mehr Oberfläche frei wird und Feuchtigkeit schneller entweichen kann. Gerade dicke, ungespaltene Stücke bleiben innen oft lange feuchter. 

Kann trockenes Holz später wieder feucht werden?

Ja. Holz ist hygroskopisch und kann erneut Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen. Deshalb wird empfohlen, trockenes Brennholz im Herbst nicht unnötig lange draußen zu lassen. 

Warum ist zu feuchtes Holz im Ofen ein Problem?

Weil es schlechter zündet, weniger Wärme liefert und die Verbrennung verschlechtert. Feuchtes Holz senkt die Verbrennungstemperatur und begünstigt Ruß- und Glanzrußbildung. 

Macht die Holzart wirklich so viel aus?

Ja. Weichhölzer trocknen meist schneller, schwere Laubhölzer langsamer. Wer das nicht berücksichtigt, schätzt die nötige Lagerzeit häufig zu knapp ein. 

Woran erkenne ich, dass eher die Lagerung als der Ofen schuld ist?

Wenn das Holz trotz Lagerung schlecht anbrennt, viel raucht, wenig Leistung bringt und die Lagerbedingungen gleichzeitig schattig, dicht, bodennah oder zu kurz waren, sitzt die Ursache oft im Holzlager. Gerade wiederkehrende Probleme mit verschiedenen Abbränden sprechen häufig dafür. 

Fazit

Wenn Holz für den Kamin trotz Lagerung nicht richtig trocknet, liegt das Problem fast nie daran, dass es gar nicht gelagert wurde, sondern daran, dass Lagerung und Trocknung verwechselt wurden. Holz braucht dafür einen luftigen, möglichst sonnigen, regengeschützten Platz, Abstand zum Boden, sinnvolle Scheitgrößen und genug Zeit. Werden die Stücke zu dick gelassen, zu eng gestapelt, schlecht belüftet oder zu früh verfeuert, bleibt die Restfeuchte zu hoch. 

Am häufigsten sind es ein paar kleine Fehler gleichzeitig: schweres Holz, zu kurze Lagerdauer, schattiger Platz, dichte Plane und fehlender Abstand nach unten. Genau diese Kombination sorgt dafür, dass das Holz äußerlich ordentlich aussieht, innen aber noch nicht dort ist, wo es für den Kamin sein sollte. Wenn du Standort, Luftzirkulation, Spaltung und Lagerdauer sauber zusammendenkst, wird aus einem frustrierenden Holzstapel meist wieder brauchbares Brennholz. 

Zusammenfassung

Warum trocknet das Holz für den Kamin trotz Lagerung nicht richtig?: Fazit Wenn Holz für den Kamin trotz Lagerung nicht richtig trocknet, liegt das Problem fast nie daran, dass es gar nicht gelagert wurde, sondern daran, dass Lagerung und Trocknung verwechselt wurden.

März 2026 17:41 Holz für den Kamin trocknet oft nicht deshalb schlecht, weil es überhaupt nicht gelagert wurde, sondern weil es zwar irgendwo liegt, aber unter Bedingungen, die Feuchtigkeit nicht zuverlässig aus dem Holz herausbringen.

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