Warum wird der Pizzaboden trotz Steinplatte nicht knusprig?

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 5. Mai 2026 21:19

Ein Pizzastein allein garantiert noch keinen krossen Boden, entscheidend sind Temperatur, Teig, Mehl und Feuchtigkeit im Ofen. Wird der Stein nicht heiß genug, ist der Teig zu feucht oder die Pizza zu stark belegt, bleibt der Boden weich und labbrig. Ein knuspriger Pizzaboden entsteht nur, wenn Hitze, Teigführung und Backtechnik sauber zusammenpassen.

Kurz erklärt

Warum wird der Pizzaboden trotz Steinplatte nicht knusprig?: Wird der Stein nicht heiß genug, ist der Teig zu feucht oder die Pizza zu stark belegt, bleibt der Boden weich und labbrig.

Wer testweise einmal eine sehr minimalistisch belegte Pizza backt, zum Beispiel nur mit Sauce und etwas Käse, merkt schnell, ob das Problem eher im Belag oder im Teig/Stein liegt.

Die wichtigsten Ursachen für einen weichen Pizzaboden

Die häufigste Ursache für einen weichen Boden ist ein zu kühler oder falsch genutzter Pizzastein. Ein Stein braucht ausreichend Vorheizzeit und eine hohe Temperatur, sonst wirkt er eher wie eine isolierende Unterlage als wie ein Hitzespeicher. Zusätzlich können ein zu feuchter Teig, zu viel Belag oder ein falscher Ofenmodus die Kruste sabotieren.

Typische Problemfelder sind:

  • Stein nicht heiß genug oder zu kurz vorgeheizt
  • Teig zu feucht oder zu dick ausgerollt
  • Belag mit viel Wasser (Tomatensauce, Gemüse, Mozzarella)
  • Ofen mit falscher Heizart oder zu niedriger Temperatur
  • Fehler beim Einschießen der Pizza auf den Stein

Sobald klar ist, welches dieser Themen am ehesten zutrifft, lässt sich der Backvorgang gezielt anpassen. Wer seine eigene Kombination aus Ofen, Stein und Teig einmal verstanden hat, bekommt sehr zuverlässig knusprige Pizzaböden hin.

Pizzastein richtig vorheizen: Temperatur und Dauer

Ein Pizzastein funktioniert wie ein Wärmespeicher, der beim Einschießen spontan sehr viel Energie in den Teig überträgt. Ohne volle Aufladung bleibt der Boden weich, weil der Teig nur langsam stockt und die Feuchtigkeit nicht schnell genug aus dem Teig entweichen kann.

Für Haushaltsbacköfen haben sich folgende Eckpunkte bewährt:

  • Backofen immer mit dem Stein zusammen vorheizen, niemals kalte Pizza auf einen kalten Stein legen.
  • Stein mindestens 30–45 Minuten bei maximal möglicher Hitze (oft 250–300 °C Ober-/Unterhitze) vorheizen.
  • Den Stein auf die unterste oder mittlere Einschubleiste legen, je nach Ofenstärke von unten.

Besonders wichtig: Die Anzeige am Ofen, dass die Zieltemperatur erreicht ist, bedeutet nicht, dass der Stein auch schon voll aufgeheizt ist. Keramik und Schamotte brauchen Zeit, um im Kern heiß zu werden.

Fehler beim Ofenmodus: Heißluft, Ober-/Unterhitze oder Grill?

Die Wahl der Heizart beeinflusst direkt, wie schnell der Boden im Vergleich zum Belag gar wird. Viele Pizzabäcker nutzen versehentlich einen Modus, der den Belag zu früh fertig macht, während der Teig noch weich bleibt.

Diese Orientierung hilft bei den meisten E-Herden:

  • Ober-/Unterhitze mit maximaler Temperatur: Sehr gut geeignet für Stein und Blech, sorgt für direkte Hitzestrahlung auf Stein und Pizza.
  • Heißluft/Umluft: Eher riskant auf dem Stein, weil warme Luft den Belag schnell trocknet, der Boden aber weniger direkte Strahlungswärme abbekommt.
  • Grillfunktion plus Unterhitze (wenn vorhanden): Ideal, um stark von oben zu bräunen und gleichzeitig den Stein heiß zu halten; oft für kurze Zeit am Ende nutzen.

Wer bisher mit Heißluft gebacken hat und einen schwachen Boden bekommt, sollte auf Ober-/Unterhitze wechseln und testen, ob die Kruste deutlich krosser wird. Hilfreich ist auch, die Pizza im späteren Backverlauf für 1–2 Minuten etwas höher in den Ofen zu setzen, wenn der Belag noch zu blass erscheint.

Teigfeuchtigkeit, Mehl und Teigdicke

Ein Pizzateig mit zu hohem Wasseranteil, zu wenig Kleberentwicklung oder zu geringer Gare bleibt zäh und eher brotig. Die Kombination mit einem feuchten Belag führt dann besonders schnell zu einem weichen Ergebnis.

Anleitung
1Teigling formen und auf einer leicht bemehlten Fläche ausziehen, nicht quetschen.
2Pizza erst direkt vor dem Einschießen belegen, zügig arbeiten.
3Schaufel, Brett oder Rückseite eines Blechs nur dünn mit Mehl oder Hartweizengrieß bestreuen.
4Sobald die Pizza fertig belegt ist, schnell und ohne Zögern auf den heißen Stein geben.

Wichtige Stellschrauben beim Teig:

  • Hydration (Wasseranteil im Teig): Klassische Pizzateige liegen oft im Bereich von 60–65 % Wasser bezogen auf das Mehlgewicht. Deutlich mehr Wasser erfordert eine sehr gute Teigentwicklung und hohe Backtemperaturen.
  • Passendes Mehl: Weizenmehl Type 00 oder 550 mit ausreichender Kleberkraft sorgt für ein elastisches, dünn ausziehbares Teiggerüst.
  • Ruhezeit: Längere Gare (zum Beispiel 12–24 Stunden im Kühlschrank) führt zu besserer Struktur und Aroma, der Teig lässt sich dünn ausziehen, ohne zu reißen.
  • Teigstärke: Für einen knusprigen Boden im Haushaltsofen ist eine eher dünne Teigscheibe vorteilhaft, eher in Richtung 2–3 Millimeter im Zentrum, etwas dicker am Rand.

Wer einen sehr feuchten Teig verwendet, sollte unbedingt eine ausreichend lange Gare einplanen und den Teig beim Formen nicht plattdrücken, sondern vorsichtig dehnen. Ein dünner, gut entspannter Teig gibt dem Wasserdampf beim Backen die Möglichkeit, zu entweichen, statt sich im Teig zu stauen.

Zu viel Belag und Wasser auf der Pizza

Ein Problem, das viele unterschätzen: Jede Zutat bringt Wasser mit, das beim Backen verdampfen muss. Zu viel Sauce, viel frischer Mozzarella oder wässriges Gemüse bilden auf dem Teig eine nasse Schicht, durch die der Dampf schlecht entweichen kann. Das wirkt fast wie ein Deckel auf der Teigoberfläche.

Besonders kritisch sind:

  • Tomatensaucen mit hohem Wasseranteil (nicht eingekocht)
  • Frischer Mozzarella direkt aus der Salzlake ohne Abtropfen
  • Rohes Gemüse mit viel Wasser, zum Beispiel Paprika, Zucchini, frische Tomaten, Pilze

Um das zu verbessern, helfen ein paar einfache Anpassungen:

  • Tomatensauce vor dem Belegen leicht einkochen oder nur sehr dünn auftragen.
  • Mozzarella rechtzeitig aus der Lake nehmen, gut abtropfen und zum Teil mit Küchenpapier trocknen.
  • Gemüse dünn schneiden, bei sehr wasserreichem Gemüse Menge reduzieren oder kurz vorrösten.
  • Wenige, geschmacklich kräftige Zutaten statt vieler milder und wässriger Beläge verwenden.

Wer testweise einmal eine sehr minimalistisch belegte Pizza backt, zum Beispiel nur mit Sauce und etwas Käse, merkt schnell, ob das Problem eher im Belag oder im Teig/Stein liegt.

Feuchtigkeit im Ofen und im Teig

Beim Backen von Pizza spielen Dampf und Feuchtigkeitsabgabe eine doppelte Rolle. Der Teig gibt Wasser ab, gleichzeitig entstehen durch Sauce und Belag zusätzliche Dampfmengen. Ein gut aufgeheizter Stein nimmt einen Teil dieser Feuchtigkeit auf, ein Rest muss in den Ofenraum entweichen oder sich verteilen.

In vielen Haushaltsöfen ist der Abzug relativ schwach, sodass sich Wasserdampf stauen kann. Dadurch verlangsamt sich die Bräunung der Kruste. Manchmal hilft es, die Ofentür nach der ersten Backminute ganz kurz einen Spalt weit zu öffnen, damit überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann. Diese Technik sollte aber nur vorsichtig genutzt werden, da zugleich Hitze verloren geht.

Teige mit extrem hoher Hydration eignen sich eher für sehr heiße Pizzaöfen oder Gasgrills mit Temperaturen deutlich über 300 °C. Bei klassischen Haushaltsöfen sorgt ein moderater Wasseranteil meist für das bessere Verhältnis aus Knusprigkeit und Saftigkeit.

Die richtige Position im Ofen

Die Einschubhöhe beeinflusst, wie das Verhältnis zwischen Unter- und Oberhitze an der Pizza ankommt. Der Stein sollte dort liegen, wo er viel Energie von unten bekommt, gleichzeitig aber der Abstand zur Oberhitze noch passt.

Diese grobe Orientierung hat sich häufig bewährt:

  • Sehr starke Unterhitze: Stein eher mittig platzieren, damit der Boden nicht zu früh verbrennt.
  • Schwache Unterhitze: Stein eher auf die unterste Schiene legen, um mehr direkte Strahlung von unten zu bekommen.
  • Starke Oberhitze oder Grillfunktion: Pizza zum Ende des Backens kurz höher setzen, damit der Belag Farbe bekommt, ohne dass der Boden länger weich bleibt.

Wer sich unsicher ist, beobachtet beim nächsten Backen bewusst die Unterseite des Bodens. Sobald sich erste dunklere Stellen und Blasen zeigen, stimmt die Energiezufuhr von unten. Bleibt der Boden sehr blass, darf der Stein tiefer und/oder heißer eingesetzt werden.

Wie lange sollte eine Pizza auf dem Stein backen?

Die Backzeit hängt direkt von der Temperatur und der Steindicke ab. Sehr heiße Pizzaöfen schaffen eine Pizza in 60–120 Sekunden. Haushaltsöfen mit 250–300 °C brauchen meist deutlich länger.

Als grober Rahmen haben sich im Haushalt folgende Bereiche etabliert:

  • 250 °C: etwa 10–15 Minuten Backzeit
  • 275–300 °C: oft 7–12 Minuten
  • Sehr dünne Steine: tendenziell etwas kürzere Zeiten, aber höhere Anfälligkeit für Temperaturabfall bei mehreren Pizzen

Entscheidend ist die Farbe und Struktur des Bodens, nicht die Stoppuhr. Sobald die Unterseite klar gebräunt und stellenweise leicht dunkel ist, der Rand luftig aufgegangen ist und sich der Boden beim Anheben stabil anfühlt, ist die Pizza bereit. Eine zu kurze Backzeit bei zu niedriger Temperatur sorgt fast immer für einen weichen Boden.

Vom Pizzastein einschießen: Technik und Helfer

Beim Einschießen entstehen häufig Fehler, die den Boden schwächen. Bleibt die Pizza zu lange auf der Schaufel oder dem Blech, zieht der Teig Feuchtigkeit aus der Sauce, bevor er überhaupt auf den Stein kommt. Dadurch klebt die Pizza fest und dehnt sich weniger schön aus.

Folgende Vorgehensweise hilft vielen Hobbybäckern:

  1. Teigling formen und auf einer leicht bemehlten Fläche ausziehen, nicht quetschen.
  2. Pizza erst direkt vor dem Einschießen belegen, zügig arbeiten.
  3. Schaufel, Brett oder Rückseite eines Blechs nur dünn mit Mehl oder Hartweizengrieß bestreuen.
  4. Sobald die Pizza fertig belegt ist, schnell und ohne Zögern auf den heißen Stein geben.

Wer zu viel Mehl oder Grieß nutzt, riskiert verbrannte Mehlreste auf dem Stein und einen leicht bitteren Geschmack. Zu wenig Mehl führt dazu, dass der Teig an der Schaufel kleben bleibt. Der richtige Punkt liegt in einem dünnen, fast schon unsichtbaren Film.

Typische Ofentypen: Elektro, Gas, Backstahl, Grill

Je nach Gerät unterscheiden sich die Möglichkeiten, genügend Hitze für krosse Pizzaböden zu erzeugen. Ein Pizzastein reagiert in jedem System etwas anders, weil die Energiezufuhr variiert.

Ein kurzer Überblick über häufige Szenarien:

  • Elektro-Backofen: Meist maximal 250–300 °C. Stein mit Ober-/Unterhitze vorheizen, eventuell zum Ende Grill zuschalten.
  • Gasbackofen: Oft sehr gute Unterhitze, aber ungleichmäßige Oberhitze. Stein etwas höher platzieren oder Flammenverhalten beobachten und anpassen.
  • Grill mit Deckel (Gas/holzkohle): Pizzastein direkt über den Brennern oder der Glut platzieren, Deckel schließen, hohe Temperaturen erreichen, Temperaturzonen beachten.
  • Backstahl statt Stein: Stahl leitet Wärme schneller als Stein, verträgt dafür aber keine Feuchtigkeitsspeicherung wie Schamotte. Die Backzeiten sind meist etwas kürzer.

Wer viele Pizzen nacheinander backen möchte, profitiert von dickeren Steinen oder Backstahl, da diese die Temperatur besser halten. Bei sehr dünnen Steinen sinkt die Oberflächentemperatur nach wenigen Pizzen spürbar ab, was den Boden wieder weicher werden lässt.

Beispiele aus dem Alltag und ihre Lösungen

Stell dir einen eher älteren Elektro-Backofen vor, der offiziell nur bis 250 °C geht. Der Stein liegt auf der mittleren Schiene, wird 15 Minuten mit Ober-/Unterhitze vorgeheizt, die Pizza braucht rund 12 Minuten und bleibt unten blass. Sobald dieser Stein auf die unterste Schiene wandert und die Vorheizzeit auf 40 Minuten erhöht wird, bräunt der Boden deutlich schneller und wird deutlich knuspriger.

In einem anderen Haushalt steht ein moderner Gasbackofen mit sehr starker Flamme unten. Der Stein liegt ganz unten, die Pizzen verbrennen stellenweise an der Unterseite, während der Rand noch hell ist. Wird der Stein eine Schiene höher geschoben und die Temperatur leicht reduziert, gleichen sich Ober- und Unterhitze besser aus, der Boden wird knusprig, ohne zu verkohlen.

Auch ein Grill-Szenario zeigt typische Probleme: Ein Gasgrill mit Deckel und Pizzastein erreicht 320 °C im Deckelthermometer, aber der Stein wird nicht lange genug aufgeheizt. Die Pizza ist oben gut gebräunt, unten jedoch weich. Nach dem Umstellen auf 30 Minuten Vorheizzeit mit allen Brennern auf hoher Stufe und dem anschließenden Zurückregeln auf mittlere Hitze zum Backen stimmen plötzlich Temperatur und Kruste.

Teigplanung für bessere Kruste

Ein gut geplanter Teig nimmt einem Stein und Ofen viel Arbeit ab. Die Struktur aus Klebernetz, Gasbläschen und Stärke bestimmt, wie sich der Teig im Ofen verhält. Wer bisher nur einfache, schnelle Teige mit kurzer Gehzeit nutzt, kann durch eine längere Führung erstaunlich viel gewinnen.

Ein praktikabler Weg für viele Haushalte sieht so aus:

  1. Am Vortag abends einen Teig mit 60–65 % Wasser, ausreichend Salz und etwas Hefe ansetzen.
  2. Teig nach kurzem Kneten bei Raumtemperatur anspringen lassen, bis er leicht an Volumen gewinnt.
  3. Teig abgedeckt im Kühlschrank 12–24 Stunden lagern.
  4. Etwa 1–2 Stunden vor dem Backen Teiglinge abstechen, rund wirken und bei Raumtemperatur entspannen lassen.

Ein so vorbereiteter Teig ist meist leichter ausziehbar, bildet beim Backen größere Blasen und trocknet an der Unterseite besser aus. Das Ergebnis ist ein Boden, der außen kross und innen noch saftig bleibt, statt gummiartig zu werden.

Übergang vom weichen zum knusprigen Boden testen

Wer herausfinden möchte, ob das eigene System bereits gut arbeitet, kann während des Backens einen kurzen Zwischentest durchführen. Dazu wird die Pizza nach etwa zwei Dritteln der vermuteten Backzeit kurz angehoben und die Unterseite geprüft. Ist sie noch sehr blass, darf die Pizza etwas länger und eventuell tiefer im Ofen weiterbacken.

Ein sinnvoller Ablauf für solche Tests kann so aussehen:

  1. Stein mindestens 30–45 Minuten bei maximaler Ober-/Unterhitze vorheizen.
  2. Pizza dünn ausziehen, sparsam belegen, schnell einschießen.
  3. Nach 6–8 Minuten (bei 250–275 °C) Boden kontrollieren, ohne die Ofentür zu lang offen zu lassen.
  4. Gegebenenfalls die Pizza etwas drehen oder höher/tiefer setzen, bis Farbe und Knusprigkeit stimmen.

Mit wenigen solcher Testläufe lässt sich der individuelle „Sweet Spot“ aus Temperatur, Position und Backzeit im eigenen Ofen recht zuverlässig bestimmen. Danach genügt meist ein Blick auf die Farbe des Randes, um zu wissen, wie weit die Pizza ist.

Häufige Denkfehler beim Pizzabacken auf Stein

Viele gehen davon aus, dass jeder Stein bei jeder Temperatur automatisch für eine perfekte Kruste sorgt. In der Praxis spielt jedoch das Zusammenspiel aus Ofenleistung, Teigführung und Backtechnik eine deutlich größere Rolle. Deshalb lohnt es sich, ein paar typische Irrtümer einmal klar anzusprechen.

Zu solchen Irrtümern gehören zum Beispiel Annahmen, dass eine höhere Backtemperatur immer besser sei, unabhängig vom Teig. In Wirklichkeit verbrennen dünne Böden bei zu intensiver Unterhitze, bevor der Rand vernünftig aufgehen kann. Auch die Idee, mehr Belag gleiche Schwächen im Teig aus, führt oft zu weichen Böden, weil die zusätzliche Feuchtigkeit den Teig überfordert.

Wer diese Stolperfallen kennt, beobachtet beim nächsten Backen bewusster, welches Element gerade schwächelt: Stein, Ofen, Teig oder Belag. Genau an dieser Stelle anzusetzen, bringt in der Regel deutlich mehr als ein weiterer neuer Stein im Schrank.

Häufig gestellte Fragen zum knusprigen Boden auf dem Pizzastein

Wie erkenne ich, ob mein Pizzastein heiß genug ist?

Ein Pizzastein sollte mindestens 250–300 Grad Celsius Oberflächentemperatur haben, bevor der Teig aufgelegt wird. Am zuverlässigsten prüfst du das mit einem Infrarotthermometer, alternativ hilft die Beobachtung: Wenn Mehl auf dem Stein innerhalb weniger Sekunden leicht bräunt, ist er bereit.

Hilft ein Backstahl besser als ein klassischer Stein für knusprigen Boden?

Backstahl leitet Hitze deutlich schneller und speichert sie intensiver als Schamott- oder Cordieritsteine. Dadurch setzt der Ofentrieb rascher ein und die Unterseite bräunt kräftiger, was besonders bei dicken oder gut belegten Pizzen vorteilhaft ist.

Warum bleibt der Boden trotz hoher Temperatur weich?

Oft liegt es an einem zu feuchten Teig, sehr viel Sauce oder wässrigen Belägen, die den Untergrund während des Backens ständig befeuchten. Zusätzlich kann eine zu kurze Backzeit oder eine falsche Ofeneinstellung verhindern, dass die Feuchtigkeit rechtzeitig verdampft.

Kann ich mit Umluft einen krossen Pizzauntergrund erreichen?

Mit Umluft gelingt eine gleichmäßige Bräunung oben, doch die Unterhitze bleibt häufig schwächer als bei klassischer Ober-/Unterhitze. Du kannst Umluft nutzen, wenn dein Ofen stark genug ist, solltest aber den Stein so tief wie möglich platzieren und die Temperatur im oberen Bereich des Zulässigen wählen.

Welche Teigfeuchte unterstützt eine knusprige Unterseite?

Für Haushaltsöfen ist eine Hydration von etwa 60–65 Prozent ein guter Ausgangspunkt, also 60–65 Milliliter Wasser auf 100 Gramm Mehl. Der Teig bleibt geschmeidig, lässt sich gut dehnen und gibt während des Backens genug Feuchtigkeit ab, ohne die Oberfläche zu stark zu durchnässen.

Spielt das verwendete Mehl für die Knusprigkeit eine Rolle?

Mehle mit mittlerem bis höherem Proteingehalt, etwa Tipo 00 für Pizza oder ein starkes Weizenmehl, bilden ein stabiles Glutengerüst und halten Gas besser. Dadurch geht der Teig luftig auf und trocknet an der Unterseite zuverlässig aus, was eine knusprige Struktur fördert.

Wie verhindere ich, dass der Belag den Boden aufweicht?

Reduziere die Menge an Sauce und Käse leicht und verwende gut abgetropfte Zutaten, insbesondere bei Gemüse, Mozzarella oder eingelegten Produkten. Dünn verteilte Komponenten und ein kleiner Rand ohne Belag sorgen dafür, dass der Teig von unten und seitlich gleichmäßig backen kann.

Welche Rolle spielt die Teigdicke unter dem Belag?

Ein zu dicker Teig direkt unter der Sauce benötigt länger, bis er vollständig durchgebacken ist und kann innen weich bleiben. Eine dünn ausgerollte Mitte mit etwas kräftigerem Rand sorgt für kurze Backzeiten und einen stabilen, krossen Boden.

Wie lange sollte der Stein im Ofen bleiben, bevor die erste Pizza kommt?

Je nach Material und Ofen sind 30–60 Minuten Aufheizzeit bei maximaler Temperatur sinnvoll, damit der Stein vollständig durchgewärmt ist. Lässt du ihn dauerhaft im Ofen, speichert er Hitze und sorgt auch bei mehreren Pizzen nacheinander für gleichbleibende Ergebnisse.

Hilft es, den Grill zuzuschalten, wenn der Boden nicht knusprig wird?

Der Grill hilft in erster Linie beim schnellen Bräunen des Belags und der Oberseite, während der Stein für den Unterboden zuständig bleibt. Eine Kombination aus starker Unterhitze und kurzzeitig zugeschaltetem Grill kann das Gesamtbild verbessern, ersetzt aber keine gut aufgeheizte Backfläche.

Beeinflusst das Einschießen auf den Stein die Knusprigkeit?

Wird die Pizza rasch und ohne Verzögerung auf den heißen Stein gebracht, bleibt der Teig elastisch und klebt nicht an der Schaufel fest. Eine saubere Gleitbewegung mit wenig Mehl oder Grieß dazwischen verhindert dicke Mehlschichten, die verbrennen oder den Kontakt zur heißen Fläche verschlechtern könnten.

Kann ich am bereits gebackenen Boden noch etwas retten?

Wenn der Untergrund noch zu weich ist, kannst du die Pizza kurz direkt auf den Rost setzen oder auf dem Stein weiterbacken, bis die Unterseite etwas Farbe annimmt. Achte dabei darauf, dass der Belag nicht übergart, indem du die Position in Richtung Ofentür oder eine niedrigere Einschubleiste wählst.

Fazit

Eine knusprige Unterseite entsteht durch das Zusammenspiel aus gut aufgeheiztem Stein, passender Teigführung, moderater Belagsmenge und der richtigen Ofeneinstellung. Wer Temperatur, Steinposition und Teigfeuchte im Blick behält, erreicht auch im normalen Haushaltsofen sehr zuverlässige Ergebnisse. Kleine Anpassungen bei Hydration, Belag und Backzeit wirken oft stärker als ein weiterer Spezialstein. Mit dieser systematischen Herangehensweise wird aus weichem Boden Schritt für Schritt eine stabil krosse Basis.

Zusammenfassung

Wird der Stein nicht heiß genug, ist der Teig zu feucht oder die Pizza zu stark belegt, bleibt der Boden weich und labbrig.

Wer testweise einmal eine sehr minimalistisch belegte Pizza backt, zum Beispiel nur mit Sauce und etwas Käse, merkt schnell, ob das Problem eher im Belag oder im Teig/Stein liegt.

Checkliste
  • Stein nicht heiß genug oder zu kurz vorgeheizt
  • Teig zu feucht oder zu dick ausgerollt
  • Belag mit viel Wasser (Tomatensauce, Gemüse, Mozzarella)
  • Ofen mit falscher Heizart oder zu niedriger Temperatur
  • Fehler beim Einschießen der Pizza auf den Stein

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