Die Antwort lautet: Meist ist nicht „die Mikrowelle an sich“ das Rätsel, sondern eine Kombination aus hoher Leistungsaufnahme, kurzer Einschaltspitze und einer Elektroinstallation, die an genau dieser Steckdose schon nah an ihrer Grenze läuft oder einen Fehler erkennt. Je nachdem, ob ein Leitungsschutzschalter (LS) oder ein Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD) auslöst, steckt entweder Überlast/Kurzschluss oder ein Fehlerstrom gegen Erde dahinter. Wenn du sauber unterscheidest, welcher Schalter fällt und in welcher Situation, findest du die Ursache meist erstaunlich schnell, ohne wild herumzuprobieren.
Erst verstehen, was „Sicherung fliegt“ bei dir bedeutet
Um die richtige Ursache zu treffen, ist ein Punkt entscheidend: In vielen Wohnungen „fliegt“ nicht mehr eine klassische Schraubsicherung, sondern ein Schalter im Sicherungskasten. Diese Schalter reagieren auf unterschiedliche Probleme.
Typisch sind zwei Szenarien:
- LS-Schalter (Leitungsschutzschalter) fällt: Das spricht häufig für Überlast (zu viel Strom auf dem Stromkreis) oder Kurzschluss (echter Fehler, oft sofortiges Auslösen).
- FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter/RCD) fällt: Das spricht häufig für Fehlerstrom (Strom „fließt ab“, weil Isolierung, Gerät oder Feuchtigkeit einen Weg zur Erde bietet).
Wenn du unsicher bist: Ein FI-Schalter hat oft eine Testtaste (häufig mit „T“ oder „Test“), und er schaltet meist mehrere Stromkreise gleichzeitig ab. Ein LS-Schalter ist meist schmaler und betrifft oft nur einen Raum oder einzelne Steckdosen.
Warum Mikrowellen so oft „Grenzfälle“ sind
Eine Mikrowelle klingt harmlos, weil auf der Front vielleicht 700 oder 900 Watt steht. Das ist aber meistens die Abgabeleistung fürs Erwärmen. Die Aufnahmeleistung aus der Steckdose liegt häufig höher, zum Beispiel im Bereich von etwa 1.200 bis 1.600 Watt, je nach Gerätetyp, Alter und Leistungsstufe.
Ein kurzer Rechenblick macht klar, warum das relevant ist:
- Bei 1.500 Watt Aufnahmeleistung und 230 Volt Netzspannung ergibt sich ungefähr
1.500 W ÷ 230 V ≈ 6,5 A
6,5 Ampere sind für sich genommen bei einem 16-Ampere-Stromkreis normalerweise kein Problem. Der Haken ist die Realität im Haushalt: Auf demselben Stromkreis hängen oft weitere Verbraucher, und beim Einschalten gibt es häufig eine kurze Stromspitze. Dazu kommen Übergangswiderstände (alte Steckdose, lockere Klemme), die aus „eigentlich okay“ ein „jetzt reicht’s“ machen können.
Gerade in Küchen ist das ein Klassiker: Mikrowelle plus Wasserkocher plus Toaster plus Kaffeemaschine auf einem Stromkreis, und schon ist die Grenze erreicht.
Der häufigste Grund: Überlast auf dem Stromkreis
Wenn der LS-Schalter fällt und das eher dann passiert, wenn noch andere Geräte laufen, ist Überlast ganz oben auf der Liste. Küchensteckdosen sind oft in Gruppen geschaltet. Das heißt: Mehrere Steckdosen an verschiedenen Stellen hängen am selben LS-Schalter.
Typische Mitverursacher, die man schnell übersieht:
- Wasserkocher (häufig 2.000 bis 3.000 Watt)
- Toaster (häufig 800 bis 1.200 Watt)
- Kaffeemaschine (häufig 800 bis 1.500 Watt)
- Heißluftfritteuse (häufig 1.400 bis 2.000 Watt)
- Geschirrspüler oder Backofen (oft eigener Kreis, aber nicht immer)
- mobile Heizgeräte (in Küche selten, aber in anderen Räumen sehr häufig)
Wenn die Mikrowelle beim Einschalten den Schalter wirft, kann das schlicht der Moment sein, in dem die Summe der Verbraucher über die Auslösegrenze rutscht. Gerade wenn du gleichzeitig den Wasserkocher startest oder der Geschirrspüler in eine Heizphase springt, kann der Stromkreis kurzfristig „zu voll“ werden.
So erkennst du Überlast ohne Risiko
Ein sehr sicherer Ansatz ist, die Situation zu vereinfachen:
- Zieh testweise andere starke Verbraucher in der Nähe aus oder schalte sie aus.
- Starte die Mikrowelle dann erneut.
- Beobachte, ob das Problem verschwindet oder deutlich seltener auftritt.
Wenn es dann stabil läuft, ist die Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit Überlast oder eine Grenzsituation auf dieser Leitung. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Hinweis, dass die Verteilung der Geräte sinnvoller werden sollte.
Einschaltstrom und kurze Spitzen: warum es „nur beim Start“ passiert
Viele berichten: Sobald die Mikrowelle anläuft, fliegt die Sicherung sofort. Wenn sie einmal läuft, kann man sie manchmal sogar eine Weile nutzen. Das passt gut zu Einschaltspitzen.
Beim Start schalten Relais, Netzteile oder Transformatoren, bei Inverter-Mikrowellen arbeiten Leistungselektronik und Filter. Dabei kann kurzzeitig ein höherer Strom fließen als im Normalbetrieb. Ein LS-Schalter ist zwar träge genug, um normale Einschaltspitzen zu tolerieren, aber wenn der Stromkreis bereits belastet ist oder die Installation „weich“ ist, reicht dieser Moment, um auszulösen.
Ein zusätzlicher Verstärker ist ein schlechter Kontakt: Wenn Steckdose oder Stecker warm werden, erhöht sich der Übergangswiderstand. Dadurch kann es zu lokalen Erwärmungen und ungünstigen Effekten kommen, die das Auslösen begünstigen.
Steckdose, Stecker, Verlängerung: kleine Dinge mit großer Wirkung
Wenn eine Mikrowelle an einer Steckdose Probleme macht, an einer anderen aber nicht, ist das ein starkes Signal. Es geht dann oft nicht um die Mikrowelle allein, sondern um den „Pfad“ dorthin.
Alte oder lockere Steckdose
Eine Steckdose, die intern nicht mehr sauber klemmt, kann Funkenbildung im Kleinen verursachen. Das kann den LS-Schalter auslösen, im Extremfall kann es auch zu Schmorspuren kommen. Achte auf Hinweise wie:
Was steckt hinter Mikrowelle und Nicht?
- Steckdose oder Stecker werden auffällig warm
- du riechst einen leicht verbrannten Geruch in Steckdosennähe
- beim Einstecken oder Bewegen gibt es Geräusche oder das Gerät geht kurz aus/an
- sichtbare Verfärbungen am Kunststoff
Das ist ein klarer Punkt, an dem ein Elektriker sinnvoll ist. Hier geht es nicht um „Komfort“, sondern um sichere Kontakte.
Mehrfachsteckdosen und billige Verlängerungen
Mikrowellen gehören möglichst direkt in eine Wandsteckdose. Viele Mehrfachsteckdosen sind zwar „16 A“ beschriftet, aber in der Praxis sind Kontakte, Leitungsquerschnitt und Qualität oft schlechter als bei der festen Installation. Zusätzlich werden Mehrfachsteckdosen häufig bereits mit anderen Geräten belastet.
Wenn du eine Verlängerung nutzt, kommen zwei Effekte dazu:
- Der Spannungsabfall steigt, das Gerät zieht unter Umständen mehr Strom, um Leistung zu liefern.
- Billige Leitungen oder aufgewickelte Kabel können warm werden, was wiederum problematisch ist.
Wenn die Mikrowelle nur über Mehrfachsteckdose „zickt“, ist das ein sehr dankbarer Ansatzpunkt: Direkt an die Wand, möglichst allein.
Wenn nicht der LS, sondern der FI fällt
Wenn beim Einschalten der Mikrowelle der FI-Schalter auslöst und dadurch gleich mehrere Bereiche im Haus stromlos werden, ist die Ursache häufig Fehlerstrom. Das bedeutet: Irgendwo fließt Strom dorthin, wo er nicht fließen soll, zum Beispiel über Gehäuse, Feuchtigkeit oder Isolationsfehler zur Erde.
Das kann passieren durch:
- Feuchtigkeit im Gerät oder in der Steckdose (auch Kondenswasser)
- Defekte im Entstörfilter (EMV-Filter)
- gealterte Isolierung im Hochspannungsbereich
- beschädigte Netzleitung oder gequetschter Stecker
- Fehler in Leistungselektronik (bei Inverter-Geräten)
Ein FI löst sehr empfindlich aus. Wenn ein Gerät auch allein am Stromkreis den FI wirft, ist das ein ernst zu nehmender Hinweis, dass dieses Gerät oder genau diese Anschlussstelle einen Ableitstrom erzeugt.
Warum gerade Mikrowellen hier auffallen
Mikrowellen arbeiten intern mit hohen Spannungen und besitzen Bauteile, die im Fehlerfall Ableitströme verursachen können. Das heißt nicht, dass jede „FI-Auslösung“ gleich ein Totalschaden ist, aber es ist ein Bereich, bei dem man nicht „weiterprobiert“ und schon gar nicht im Gerät herumwerkelt.
Wichtig: Das Gehäuse einer Mikrowelle darf niemals unter Spannung stehen. Wenn der FI auslöst, schützt er dich genau vor solchen Situationen.
Kurzschluss oder Gerätefehler: wenn es immer und sofort passiert
Ein weiteres Muster ist eindeutig: Die Sicherung fliegt jedes Mal, sofort beim Einschalten, selbst wenn sonst kein anderes Gerät läuft. Dann rückt ein Gerätefehler oder ein Kurzschluss in den Vordergrund.
So unterscheiden sich die typischen Verläufe:
- Sofort beim Einschalten, immer reproduzierbar: häufig Kurzschluss, defektes Netzteil, defekter Entstörfilter, defekte Türschalterkette.
- Nach ein paar Sekunden oder erst beim Erhitzen: eher thermische oder lastabhängige Fehler, manchmal auch Bauteile, die erst unter Spannung „durchschlagen“.
- Nur manchmal, besonders nach langer Standzeit oder in feuchter Umgebung: häufiger Feuchtigkeit, Kontaktprobleme oder beginnende Isolationsschwäche.
Ein häufig unterschätzter Punkt sind die Türverriegelungsschalter. Mikrowellen haben meist mehrere Schalter, die sicherstellen, dass bei offener Tür keine Leistung anliegt. Wenn dort ein Schalter klemmt oder verschleißt, kann das beim Start zu Fehlzuständen führen, die Sicherungen auslösen lassen.
Was du gefahrlos prüfen kannst, ohne die Mikrowelle zu öffnen
Mikrowellen sind im Inneren kein Bastelobjekt, weil dort Bauteile sitzen, die gefährliche Spannungen speichern können. Trotzdem kannst du außen mit sicheren Schritten sehr viel klären.
Ein sinnvoller Ablauf ist:
Zuerst schaust du im Sicherungskasten, ob ein einzelner LS gefallen ist oder der FI. Danach steckst du die Mikrowelle in dieselbe Steckdose, aber sorgst dafür, dass keine weiteren starken Geräte parallel laufen. Als Nächstes nutzt du die Mikrowelle kurz mit einer Tasse Wasser, damit sie nicht leer läuft, und beobachtest, ob das Auslösen sofort kommt oder erst nach einigen Sekunden. Danach testest du, falls möglich, eine andere Steckdose, die sicher an einem anderen Stromkreis hängt.
Wenn der Fehler an jeder Steckdose gleich bleibt, spricht das eher für das Gerät. Wenn er nur an einer bestimmten Steckdosengruppe auftritt, spricht mehr für Installation, Lastverteilung oder Kontaktprobleme.
Typische Szenarien mit Wenn-dann-Logik
Wenn du ein paar typische Muster kennst, kannst du die Ursache meist ohne Rätselraten einordnen.
Wenn der LS-Schalter fällt und gleichzeitig andere starke Geräte laufen, dann ist Überlast sehr wahrscheinlich. Wenn der LS-Schalter auch ohne andere Verbraucher fällt, dann ist Kurzschluss oder Gerätefehler wahrscheinlicher. Wenn der FI-Schalter fällt, dann geht es eher um Fehlerstrom, Feuchtigkeit oder Isolationsprobleme. Wenn es nur an einer bestimmten Steckdose passiert, dann ist die Steckdose, die Zuleitung oder die Kontaktqualität ein heißer Kandidat. Wenn es stärker an warmen Tagen oder nach dem Kochen mit viel Dampf passiert, dann lohnt sich der Blick auf Feuchtigkeit in Steckdose und Umgebung.
Typische Anzeichen rund um Steckdose
Besonderheiten in älteren Installationen
In älteren Wohnungen gibt es zwei typische Einschränkungen, die bei Mikrowellen auffallen:
Erstens sind Stromkreise manchmal mit weniger Reserve ausgelegt oder ungünstig gruppiert. Es kann sein, dass Küche und Flur zusammen hängen oder mehrere Räume an einem einzigen LS. Zweitens sind Kontakte, Klemmen und Steckdosen oft gealtert. Ein Übergangswiderstand entsteht schleichend und zeigt sich dann plötzlich, wenn ein kräftiger Verbraucher dazu kommt.
Auch klassische Schraubsicherungen oder schwächere Absicherungen können eine Rolle spielen. Wenn ein Stromkreis nur für eine geringere Belastung ausgelegt ist, reicht eine Mikrowelle zusammen mit einem zweiten Gerät schon aus.
Das ist kein Grund, sich selbst zu fürchten, aber ein guter Grund, die Last im Haushalt klug zu verteilen oder die Installation prüfen zu lassen, wenn es regelmäßig passiert.
Mikrowelle und andere Küchengeräte: Warum es in der Küche besonders oft knallt
Küchen sind die Räume mit den stärksten Verbrauchern. Selbst wenn jede einzelne Maschine für sich „normal“ ist, wird es eng, wenn mehrere gleichzeitig starten.
Ein typischer Moment ist das Kochen: Du nutzt vielleicht Herd und Dunstabzug, dazu läuft der Geschirrspüler, jemand setzt Wasser auf, und dann soll die Mikrowelle kurz etwas warm machen. In genau dieser Situation ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass ein LS-Schalter sagt: Jetzt ist Schluss.
Es ist also nicht ungewöhnlich, dass das Problem vor allem abends oder am Wochenende auftritt, wenn die Küche wirklich genutzt wird, und nicht mittags, wenn nur ein Kaffee gemacht wird.
Brandgeruch, Schmorspuren, warmes Plastik: dann nicht weiter testen
Es gibt klare Stoppsignale, bei denen du die Mikrowelle nicht weiter nutzen solltest, bis die Ursache geklärt ist:
- Geruch nach verschmortem Kunststoff
- sichtbare Verfärbungen am Stecker oder an der Steckdose
- Steckdose oder Stecker werden schnell sehr warm
- knackende Geräusche beim Einschalten aus der Steckdose oder dem Steckerbereich
- FI-Auslösung wiederholt und reproduzierbar
Das sind Hinweise auf Kontaktprobleme oder elektrische Defekte. In solchen Fällen ist „noch einmal versuchen“ keine gute Idee.
Was oft hilft, wenn es „nur“ Überlast ist
Wenn du merkst, dass es vor allem bei Parallelbetrieb passiert, ist die Lösung meist überraschend simpel: Verbraucher trennen.
Praktische Ansätze im Alltag:
- Mikrowelle nicht auf derselben Mehrfachleiste wie Wasserkocher oder Heißluftfritteuse betreiben.
- Wenn möglich, Mikrowelle auf eine Steckdose legen, die nachweislich an einem anderen Stromkreis hängt.
- Sehr starke Geräte nicht gleichzeitig starten, sondern nacheinander.
- Bei Geräten mit Leistungsstufen: nicht immer maximale Leistung wählen, wenn das Netz bereits stark belastet ist.
Das löst nicht jedes Problem, aber es trennt schnell „Haushaltslast“ von „echtem Defekt“.
Wenn die Mikrowelle selbst der Auslöser ist: typische Defekte, ohne Technik-Basteln
Wenn die Mikrowelle auch allein, an verschiedenen Steckdosen, immer wieder eine Sicherung wirft, liegt ein Defekt nahe. Es gibt ein paar typische Kandidaten, die sich in Symptomen zeigen, ohne dass man das Gerät öffnen muss.
Ein defekter Entstörfilter kann dazu führen, dass beim Einschalten sofort ein Fehler entsteht. Ein Fehler in der Türschalterkette kann ebenfalls beim Start sofort Ärger machen, oft begleitet von einem „Klack“ und unmittelbar danach Dunkelheit im Raum. Bei manchen Defekten fällt die Sicherung erst, wenn die Mikrowelle wirklich heizt, also wenn Magnetron oder Inverter anfangen zu arbeiten.
Hier gilt: Reparatur ja, aber nicht als Heimprojekt. Eine Mikrowelle kann intern Spannung speichern, und selbst im ausgeschalteten Zustand kann es gefährlich werden, wenn man nicht weiß, was man tut.
Praxisbeispiele aus dem Alltag
Praxisbeispiel 1: Sicherung fliegt nur, wenn der Wasserkocher läuft
Die Mikrowelle funktioniert tagsüber problemlos, abends fliegt aber regelmäßig der LS-Schalter. Nach kurzem Beobachten fällt auf: Es passiert fast immer, wenn parallel der Wasserkocher oder die Heißluftfritteuse läuft. Sobald diese Geräte aus sind, lässt sich die Mikrowelle starten, ohne dass etwas auslöst. In so einem Fall ist der Stromkreis schlicht zu stark belastet, und die Lösung ist Lasttrennung oder eine andere Steckdose an einem anderen Kreis.
Praxisbeispiel 2: FI fliegt sofort, egal welche Steckdose
Die Mikrowelle wird in mehreren Räumen getestet, und jedes Mal fällt der FI-Schalter unmittelbar beim Start. Es laufen keine anderen großen Geräte, trotzdem schaltet der FI reproduzierbar ab. Das deutet stark auf Fehlerstrom im Gerät hin, beispielsweise durch Feuchtigkeit oder einen Defekt in Filter- oder Leistungsteilen. Hier ist der richtige Schritt, das Gerät nicht weiter zu verwenden und prüfen zu lassen.
Praxisbeispiel 3: Nur eine Steckdose macht Probleme, Stecker wird warm
Die Mikrowelle löst nur an einer bestimmten Küchensteckdose den LS aus, an einer anderen Steckdose im Nachbarraum läuft sie. Zusätzlich fällt auf, dass Stecker und Steckdose warm werden. Das passt zu einem Kontaktproblem oder einer gealterten Steckdose, die unter Last nicht mehr sauber arbeitet. In dieser Konstellation ist die Steckdose das Hauptthema, nicht die Mikrowelle, und die Reparatur der Anschlussstelle ist wichtiger als ein Geräteaustausch.
Welche Folgen sind bei Mikrowelle üblich?
Wann ein Elektriker sinnvoll ist und wann ein Geräteservice
Du musst nicht bei jedem Auslösen sofort Hilfe holen. Es gibt aber klare Grenzen.
Ein Elektriker ist besonders sinnvoll, wenn:
- es Hinweise auf warme Steckdosen, Schmorspuren oder lose Kontakte gibt
- der Fehler nur an bestimmten Steckdosen oder Räumen auftritt
- du nicht sicher sagen kannst, welcher Schalter auslöst oder wie die Stromkreise verteilt sind
- die Installation älter ist und die Küche häufig an ihre Lastgrenze kommt
Ein Geräteservice oder Austausch ist besonders sinnvoll, wenn:
- die Mikrowelle an verschiedenen Stromkreisen immer wieder auslöst
- der FI wiederholt wegen dieser Mikrowelle fällt
- das Auslösen auch dann passiert, wenn sonst alles aus ist
- das Gerät ungewöhnliche Geräusche macht oder Geruch entsteht
Oft ist die schnellste Lösung die saubere Entscheidung: Ist es eher ein Hausnetz-Thema oder eher ein Geräte-Thema? Genau das bekommst du über die oben beschriebenen Muster meist zuverlässig heraus.
So vermeidest du das Problem in Zukunft
Viele Ursachen haben weniger mit „Pech“ zu tun als mit Rahmenbedingungen. Ein paar Gewohnheiten machen einen großen Unterschied:
- Starke Geräte in der Küche nicht auf eine gemeinsame Mehrfachleiste packen.
- Steckdosen, die warm werden, nicht ignorieren.
- Mikrowelle möglichst an eine gut erreichbare, feste Wandsteckdose mit gutem Kontakt.
- Bei häufigem Auslösen die Stromkreis-Aufteilung prüfen lassen, statt dauerhaft damit zu leben.
Gerade die Küche ist ein Raum, der oft nachträglich „zugebaut“ wird: mehr Geräte, mehr Leistung, aber die Stromkreise bleiben wie sie waren. Dann häufen sich Auslösungen, die eigentlich nur sagen: Der Ausbau hat die Nutzung überholt.
Häufige Fragen zur Mikrowelle, wenn die Sicherung fliegt
Kann eine Mikrowelle zu viel Strom ziehen, obwohl sie „nur 800 Watt“ hat?
Ja, weil die Zahl vorne oft die Abgabeleistung ist und die Aufnahmeleistung höher liegen kann. Dazu kommen kurze Einschaltspitzen, die in einer bereits belasteten Küche reichen können, um einen LS auszulösen.
Worauf achten, wenn Nicht eine Rolle spielt?
Woran erkenne ich, ob LS oder FI auslöst?
Ein FI hat meist eine Testtaste und schaltet oft mehrere Bereiche gleichzeitig ab. Ein LS betrifft häufig nur einen Stromkreis und ist meist schmaler; wenn nur Küche oder einzelne Steckdosen aus sind, ist es oft der LS.
Ist es gefährlich, wenn der FI beim Einschalten der Mikrowelle fällt?
Es ist ein ernstes Warnsignal, weil der FI auf Fehlerstrom reagiert. Das sollte nicht ignoriert werden; das Gerät oder die Anschlussstelle sollte geprüft werden, bevor du es weiter benutzt.
Kann eine Mehrfachsteckdose die Ursache sein?
Sehr häufig, besonders wenn andere Geräte dort auch stecken oder die Qualität der Leiste schwach ist. Unter hoher Last können Kontakte warm werden, und das erhöht das Risiko von Auslösungen deutlich.
Warum fliegt die Sicherung nur manchmal und nicht jedes Mal?
Dann ist es oft eine Kombination aus Last, Temperatur und Einschaltmoment. Wenn gleichzeitig ein anderer Verbraucher startet oder der Stromkreis schon warm ist, kippt es leichter über die Grenze.
Was bedeutet es, wenn die Sicherung sofort fliegt, selbst wenn nichts anderes läuft?
Das spricht eher für einen Kurzschluss oder einen Defekt im Gerät oder in der Steckdose. In dieser Situation ist es sinnvoll, den Fehler nicht durch wiederholtes Einschalten zu provozieren, sondern gezielt prüfen zu lassen.
Kann eine kaputte Steckdose dafür sorgen, dass die Sicherung fällt?
Ja, besonders bei lockeren Klemmen oder schlechten Kontakten, die unter Last warm werden. Wärme und Funkenbildung im Kleinen können den Schutz auslösen und sind ein Sicherheitsproblem.
Ist es normal, dass Mikrowellen beim Start kurz „ziehen“?
Eine kurze Einschaltspitze ist bei vielen Geräten normal. Problematisch wird es, wenn die Installation knapp dimensioniert ist, andere Verbraucher parallel laufen oder die Kontakte nicht mehr in Ordnung sind.
Hilft es, die Mikrowelle an eine andere Steckdose zu stecken?
Das ist ein sehr guter Test, wenn die andere Steckdose wirklich an einem anderen Stromkreis hängt. Wenn das Problem dann weg ist, liegt es eher an Stromkreis/Steckdose oder an der Kombination mit anderen Verbrauchern.
Sollte ich die Mikrowelle öffnen und innen nachsehen?
Nein, das ist keine gute Idee, weil im Gerät Bauteile vorhanden sein können, die gefährliche Spannung speichern. Wenn ein Defekt vermutet wird, ist eine fachgerechte Prüfung der sichere Weg.
Zusammenfassung
Wenn beim Einschalten der Mikrowelle die Sicherung fällt, sind die häufigsten Ursachen Überlast in der Küche, Einschaltspitzen oder Kontaktprobleme an Steckdose, Stecker oder Mehrfachleiste. Der wichtigste Schritt ist die Unterscheidung, ob ein LS-Schalter oder ein FI auslöst, weil das die Richtung vorgibt: Überlast/Kurzschluss versus Fehlerstrom. Mit einem sicheren Vorgehen über Lasttrennung, Steckdosenvergleich und Beobachtung des Auslösezeitpunkts lässt sich meist klar erkennen, ob die Installation an ihre Grenze kommt oder das Gerät selbst einen Defekt hat.
Fazit
Dass eine Mikrowelle eine Sicherung auslöst, ist kein seltenes Phänomen, aber es ist auch kein Zustand, den man dauerhaft akzeptieren sollte. In vielen Fällen reicht eine bessere Lastverteilung oder der Verzicht auf Mehrfachleisten, um das Problem zu lösen. Wenn jedoch der FI auslöst, Steckdosen warm werden oder die Sicherung unabhängig von anderen Geräten immer sofort fällt, ist eine Prüfung sinnvoll, weil dann Sicherheit und nicht nur Komfort im Vordergrund steht.
Zusammenfassung
Warum springt der Sicherungskasten beim Einschalten der Mikrowelle heraus?: Wenn nicht der LS, sondern der FI fällt Wenn beim Einschalten der Mikrowelle der FI-Schalter auslöst und dadurch gleich mehrere Bereiche im Haus stromlos werden, ist die Ursache häufig Fehlerstrom.
Zusammenfassung Wenn beim Einschalten der Mikrowelle die Sicherung fällt, sind die häufigsten Ursachen Überlast in der Küche, Einschaltspitzen oder Kontaktprobleme an Steckdose, Stecker oder Mehrfachleiste.