Gezielte Mobilisationsübungen, Dehnungen und kraftorientierte Bewegungen verbessern die Hüftbeweglichkeit meist schon in wenigen Wochen messbar. Entscheidend sind eine saubere Technik, die richtige Reihenfolge der Übungen und eine regelmäßige Wiederholung mehrmals pro Woche.
Kurz erklärt
Welche Übungen fördern die Beweglichkeit im Hüftbereich?: Wer die Hüfte tief beugen kann und dabei die Knie sinnvoll einsetzt, kann mit geraderem Rücken arbeiten und die Kraft über Hüfte und Beine aufbringen.
Hüftbeweglichkeit im Krafttraining und beim Laufen verbessern Sportlerinnen und Sportler profitieren besonders stark von einer frei arbeitenden Hüfte.
Wer versteht, welche Strukturen an der Hüfte beteiligt sind und wie sie zusammenspielen, kann Beschwerden vorbeugen, die Leistungsfähigkeit im Sport steigern und sich im Alltag deutlich freier bewegen.
Warum die Hüfte so oft steif wird
Die Hüfte ist ein Kugelgelenk und verbindet Oberkörper und Beine, sie muss gleichzeitig stabil und beweglich sein. Genau dieser Spagat führt im Alltag häufig dazu, dass Muskeln rund um das Gelenk verspannen und die Beweglichkeit abnimmt.
Typische Ursachen sind langes Sitzen, einseitige Belastungen und zu wenig gezielte Bewegung. Beim Sitzen verkürzen sich vor allem die Hüftbeuger auf der Vorderseite, während Gesäßmuskeln und die tiefe Hüftmuskulatur zu wenig arbeiten. Wer dann abrupt mit Sport startet, bewegt die Hüfte oft nur in engen Winkeln und überlastet bestimmte Bereiche, anstatt sie in ihrer ganzen Bewegungsbahn zu fordern.
Auch frühere Verletzungen im Rücken, im Knie oder im Sprunggelenk können dazu führen, dass die Hüfte Bewegungen kompensiert. Der Körper weicht dann in ungünstige Muster aus, sodass einige Muskeln permanent überlastet und andere vernachlässigt werden. All das spürt man später als Steifigkeit, ziehenden Schmerz in der Leiste oder eingeschränkte Schritt- und Beugungslänge.
Wer die Beweglichkeit nachhaltig verbessern möchte, sollte deshalb nicht nur dehnen, sondern immer auch die umliegende Muskulatur aktivieren und kräftigen. So lernt die Hüfte, neue Bewegungsumfänge auch wirklich zu nutzen und zu kontrollieren.
Grundprinzipien für mehr Beweglichkeit in der Hüfte
Gezielte Übungen für die Hüfte wirken am besten, wenn sie einigen einfachen Grundregeln folgen. Wer diese Prinzipien im Kopf behält, kann seine eigene Routine sinnvoll aufbauen und anpassen.
Ein erster Schlüssel ist die Reihenfolge: Zunächst lohnt es sich, das Gelenk über leichte Mobilisation zu „wecken“, dann dehnende Positionen einzubauen und zum Abschluss aktive, kraftbetonte Übungen anzuhängen. Der Körper bekommt so zuerst sanfte Bewegung, dann mehr Bewegungsradius und zum Schluss Stabilität in den neu gewonnenen Winkeln.
Ein zweiter Punkt ist die Intensität. Ein gewisses Dehngefühl ist in Ordnung, starke Schmerzen sind ein klares Stopp-Signal. Wer beim Dehnen verkrampft, bremst den Effekt eher aus. Ruhiges Atmen und langsames Hineingleiten in die Position sind oft wirkungsvoller als ruckartige Versuche, noch ein paar Zentimeter mehr herauszuholen.
Schließlich ist die Regelmäßigkeit entscheidend. Viele Menschen merken bereits bei zwei bis drei Einheiten pro Woche über mehrere Wochen hinweg spürbare Verbesserungen bei Schrittweite, Beugungstiefe und Wohlbefinden im unteren Rücken. Kurze, dafür häufige Einheiten schlagen lange, seltene Sessions in der Regel deutlich.
Mobilisationsübungen, um die Hüfte in Schwung zu bringen
Mobilisationsübungen bereiten die Hüfte auf größere Bewegungsumfänge vor, verbessern die Gelenkschmierung und aktivieren umliegende Muskeln. Sie eignen sich ideal zu Beginn einer Einheit oder als kurze Bewegungspause im Alltag.
Hüftkreisen im Stand
Diese Übung mobilisiert das Hüftgelenk in alle Richtungen und spricht vor allem die umliegenden Muskeln und die tiefe Stabilisierung an. Sie lässt sich nahezu überall durchführen, auch zwischendurch im Büro.
- Stelle dich hüftbreit hin, Knie leicht gebeugt, Bauchspannung leicht aktiv.
- Verlagere das Gewicht auf ein Bein und hebe das andere Knie etwa auf Hüfthöhe an.
- Führe mit dem angehobenen Knie große Kreise nach außen, der Oberkörper bleibt möglichst ruhig.
- Nach 8–10 Kreisen wechselst du die Richtung und anschließend das Bein.
Wer das Gefühl hat, aus dem Gleichgewicht zu kommen, hält sich mit einer Hand leicht an einer Wand oder einem Stuhl fest. Mit der Zeit darf der Kreis größer und die Unterstützung geringer werden.
Ausfallschritt-Mobilisation
Die Ausfallschritt-Mobilisation verbindet eine Dehnung der Hüftvorderseite mit einer dynamischen Beugung in der Hüfte. Sie eignet sich besonders gut vor Lauf- oder Sprungbelastungen.
- Gehe in einen großen Ausfallschritt, das hintere Knie berührt den Boden oder schwebt knapp darüber.
- Vorderes Knie steht über dem Fuß, Oberkörper aufrecht, Hände auf dem vorderen Oberschenkel oder in die Hüften gestützt.
- Schiebe die Hüfte langsam nach vorne, bis du ein Ziehen in der Vorderseite der hinteren Hüfte spürst.
- Pendle ruhig 8–12 Mal vor und zurück, ohne ins Hohlkreuz zu fallen, dann Beine wechseln.
Wichtig ist, dass der Bauch leicht angespannt bleibt, damit die Lendenwirbelsäule stabil bleibt und die Dehnung wirklich in der Hüftregion ankommt.
Windshield Wipers (Scheibenwischer) im Sitzen
Bei dieser Bewegung arbeiten vor allem die Rotationsfähigkeiten der Hüfte, die im Alltag leicht zu kurz kommen. Sie hilft vielen Menschen, seitliche Spannungen in Gesäß und Hinterseite zu lösen.
- Setze dich auf den Boden, Oberkörper aufrecht, Hände leicht hinter dem Körper abgestützt.
- Stelle beide Füße etwas mehr als hüftbreit auf, Knie gebeugt.
- Senke nun beide Knie langsam zu einer Seite Richtung Boden ab, ohne dass der Oberkörper stark mitdreht.
- Führe die Knie kontrolliert über die Mitte zur anderen Seite und wiederhole das Ganze 10–15 Mal.
Wer mehr Beweglichkeit verträgt, kann die Füße weiter voneinander entfernen oder die Hände weniger stark zur Stabilisation nutzen.
Dehnübungen für Vorder-, Rück- und Außenseite der Hüfte
Gezieltes Dehnen verlängert verkürzte Muskelgruppen und schafft mehr Bewegungsfreiheit im Gelenk. Entscheidend ist, die verschiedenen Anteile der Hüftmuskulatur einzeln anzusprechen, statt immer nur an einer Stelle zu ziehen.
Dehnung der Hüftbeuger im halben Kniestand
Verkürzte Hüftbeuger sind eine häufige Folge von viel Sitzarbeit. Eine saubere Dehnung in diesem Bereich entlastet oft auch den unteren Rücken deutlich.
- Gehe in einen halben Kniestand: Ein Bein vorne mit Fuß flach am Boden, das andere Knie am Boden hinten, Oberkörper aufrecht.
- Spanne Gesäß und Bauch leicht an, damit das Becken sich nach hinten kippt.
- Schiebe aus dieser Spannung heraus die Hüfte langsam nach vorne, bis du an der Vorderseite der hinteren Hüfte eine Dehnung spürst.
- Halte die Position für 20–30 Sekunden bei ruhiger Atmung, dann Bein wechseln.
Wer zusätzlich den seitlichen Anteil mitnehmen möchte, hebt den Arm der hinteren Seite über den Kopf und lehnt den Oberkörper minimal zur gegenüberliegenden Seite.
Gesäßdehnung im Liegen
Verspannungen im Gesäß können die Beweglichkeit bei Beugebewegungen einschränken und zu einem dumpfen Ziehen tief in der Hüfte führen. Eine klassische Dehnposition im Liegen ist hier sehr wirkungsvoll.
- Lege dich in Rückenlage, beide Füße stehen am Boden.
- Schlage den rechten Knöchel auf das linke Knie, sodass eine Art „4“ entsteht.
- Greife nun mit beiden Händen den linken Oberschenkel und ziehe das Bein langsam in Richtung Brust.
- Spüre die Dehnung in der rechten Gesäßhälfte und halte sie 20–30 Sekunden, anschließend Seite wechseln.
Wenn das Greifen des Oberschenkels schwer fällt, kann ein Gurt oder Handtuch um das Bein gelegt werden, um die Arme zu entlasten.
Dehnung der Außenseite im Seitstütz-Sitz
Die seitliche Hüftmuskulatur stabilisiert Becken und Knie, neigt aber bei einseitiger Belastung dazu, zu verhärten. Eine sitzende Dehnposition kann hier Erleichterung bringen.
- Setze dich seitlich auf den Boden, beide Beine nach vorne angewinkelt.
- Schlage ein Bein über das andere, sodass der Fuß des oberen Beins außen neben dem gegenüberliegenden Knie steht.
- Drehe den Oberkörper leicht zum aufgestellten Knie und ziehe dieses sanft zur Brust.
- Halte die Dehnung an der seitlichen Hüfte und Gesäßregion für 20–30 Sekunden und wechsle dann die Seite.
Eine aufrechte Haltung und ruhige Atmung unterstützen die Entspannung der Muskeln und verhindern unnötige Verspannung im Nacken.
Aktive Übungen für mehr Stabilität und nutzbare Beweglichkeit
Dehnen alleine reicht selten aus, damit der neu gewonnene Bewegungsradius alltagstauglich wird. Aktive Übungen, bei denen Muskeln rund um die Hüfte gezielt arbeiten, sorgen dafür, dass das Gelenk kraftvoll durch den erweiterten Bereich geführt werden kann.
Glute Bridge (Hüftbrücke)
Die Hüftbrücke stärkt vor allem Gesäß- und hintere Oberschenkelmuskulatur und fördert eine stabile Hüftstreckung. Das entlastet die Vorderseite und verbessert das Zusammenspiel entlang der hinteren Kette.
- Lege dich in Rückenlage, Knie gebeugt, Füße hüftbreit, Arme neben dem Körper.
- Spanne Gesäß und Bauch an und drücke die Füße in den Boden.
- Hebe langsam das Becken an, bis Schultern, Hüfte und Knie ungefähr eine Linie bilden.
- Halte die Position kurz und senke das Becken kontrolliert wieder ab, 10–15 Wiederholungen.
Wer mehr Herausforderung möchte, hebt ein Bein gestreckt nach vorne und arbeitet einbeinig. Wichtig bleibt, dass das Becken stabil bleibt und nicht zur Seite kippt.
Seitliches Beinheben in Seitenlage
Diese Übung stärkt die seitliche Hüftmuskulatur (Abduktoren), die im Alltag häufig zu wenig gefordert wird. Ein kräftiger seitlicher Anteil verbessert die Kontrolle bei Gehen, Laufen und Treppensteigen deutlich.
- Lege dich seitlich auf eine Matte, Kopf auf dem unteren Arm abgelegt oder auf einem Kissen.
- Beine gestreckt, Hüfte und Schultern übereinander, Bauch leicht angespannt.
- Hebe das obere Bein langsam zur Decke an, ohne im Becken auszuweichen.
- Senke es kontrolliert wieder ab, ohne es ganz abzulegen, 12–15 Wiederholungen je Seite.
Ein leicht nach vorne gedrehtes Bein (Fußspitze zeigt eher nach unten) nimmt etwas Spannung aus der Lendenwirbelsäule und verlagert die Arbeit stärker auf den seitlichen Gesäßmuskel.
Ausfallschritte mit Fokus auf Hüftkontrolle
Ausfallschritte sind alltagstauglich und fordern neben Hüftmuskulatur auch Knie- und Rumpfstabilität. Wer sie bewusst ausführt, trainiert Beweglichkeit, Kraft und Gleichgewicht in einem Schritt.
- Stelle dich aufrecht hin, Füße hüftbreit, Hände an den Hüften oder vor dem Körper.
- Mache einen großen Schritt nach vorne, senke dann das hintere Knie Richtung Boden, bis es knapp darüber schwebt.
- Das vordere Knie bleibt über dem Fuß, die Hüfte zeigt nach vorne, Oberkörper bleibt aufrecht.
- Drücke dich über den vorderen Fuß wieder nach oben und zurück in den Stand, pro Seite 8–12 Wiederholungen.
Wer sich sicher fühlt, kann dabei leichte Gewichte in den Händen halten oder die Ausfallschritte rückwärts ausführen, um die Hüftkontrolle noch stärker zu fordern.
Bewegungsablauf: So kann eine Hüft-Mobility-Session aussehen
Eine durchdachte Abfolge hilft, die Übungen sinnvoll zu strukturieren und dranzubleiben. Viele Menschen profitieren davon, sich eine feste Reihenfolge als Ritual einzuprägen, statt jedes Mal neu zu überlegen, womit sie anfangen.
Ein möglicher Ablauf für etwa 15–20 Minuten könnte so aussehen:
- 2–3 Minuten leichtes Aufwärmen, etwa zügiges Gehen, Treppensteigen oder lockeres Radfahren.
- 3–5 Minuten Mobilisation: Hüftkreisen im Stand, Windshield Wipers im Sitzen, Ausfallschritt-Mobilisation.
- 5–7 Minuten Dehnung: Hüftbeuger im halben Kniestand, Gesäßdehnung im Liegen, Dehnung der Außenseite im Seitstütz-Sitz.
- 5–8 Minuten aktive Kräftigung: Glute Bridge, seitliches Beinheben, kontrollierte Ausfallschritte.
Wer zum ersten Mal mit so einer Routine startet, beginnt lieber mit kürzeren Haltezeiten und weniger Wiederholungen und steigert sich schrittweise. Auf diese Weise merkt der Körper, dass die neuen Bewegungen sicher sind, und lässt mit der Zeit mehr Beweglichkeit zu.
Alltagssituationen, in denen bessere Hüftbeweglichkeit spürbar wird
Eine bewegliche Hüfte erleichtert viele Situationen, die zunächst unspektakulär wirken, sich aber im Tagesverlauf häufen. Je besser das Gelenk arbeitet, desto weniger muss der Rücken ausgleichen und desto angenehmer fühlen sich scheinbar einfache Tätigkeiten an.
Ein typisches Beispiel ist das Heben eines Kartons vom Boden. Wer die Hüfte tief beugen kann und dabei die Knie sinnvoll einsetzt, kann mit geraderem Rücken arbeiten und die Kraft über Hüfte und Beine aufbringen. Wird die Hüfte durch Steifigkeit gebremst, holt sich der Körper gerne mehr Bewegung aus der Lendenwirbelsäule, was auf Dauer Probleme verstärken kann.
Auch beim Ein- und Aussteigen aus dem Auto, bei Gartenarbeit im Hocken oder beim Schuhbinden macht sich der Unterschied bemerkbar. Eine gute Hüftbeweglichkeit erlaubt fließende Bewegungen ohne unangenehmes Ziehen in der Leiste oder seitlichen Gesäßbereich.
Hüftübungen bei Büroalltag und viel Sitzen
Wer viel sitzt, braucht Strategien, die sich in einen normalen Arbeitstag einbauen lassen. Kleine Bewegungspausen im Rhythmus von etwa ein bis zwei Stunden wirken für die Hüfte oft Wunder, ohne großen Zeitaufwand zu erfordern.
Ein einfacher Einstieg ist, regelmäßig im Stehen Hüftkreisen und leichte Ausfallschritt-Mobilisation zu nutzen. Bereits 1–2 Minuten reichen, um die Durchblutung im Beckenbereich zu steigern und die Vorderseite der Hüfte zu entlasten. Zusätzlich hilft es, beim Telefonieren oder Lesen wieder öfter zu gehen, statt im Stuhl verankert zu bleiben.
Wer die Möglichkeit hat, einen höhenverstellbaren Schreibtisch zu nutzen, wechselt idealerweise zwischen Sitzen und Stehen. Im Stand können dann seitliche Gewichtsverlagerungen und kurze Dehnpositionen für Hüftbeuger und Gesäß eingebaut werden, ohne dass es nach Sport aussieht.
Hüftbeweglichkeit im Krafttraining und beim Laufen verbessern
Sportlerinnen und Sportler profitieren besonders stark von einer frei arbeitenden Hüfte. Bessere Beweglichkeit bedeutet meist effizientere Technik, geringere Überlastung und mehr Leistungsreserven.
Im Krafttraining sind Kniebeugen, Kreuzheben und Ausfallschritte klassische Grundübungen, bei denen die Hüftbewegung im Mittelpunkt steht. Wer bei Kniebeugen das Gefühl hat, früh „anzuecken“ oder sich stark nach vorne beugen zu müssen, kann mit gezielten Mobilisations- und Dehnübungen für Gesäß, Hüftbeuger und Sprunggelenke oft erhebliche Fortschritte machen. Ein aufrechterer Oberkörper und mehr Tiefe bei gleicher Stabilität sind typische Effekte.
Läuferinnen und Läufer nutzen Hüftübungen, um die Schrittlänge zu optimieren und die Landungsmechanik zu verbessern. Ein kräftiges Gesäß und bewegliche Hüftbeuger helfen, den Schritt sauber nach hinten auszuschieben, statt nur vorne „kleine Trippelschritte“ zu machen. Das reduziert die Belastung für Knie und Schienbein und verteilt die Kräfte besser über die große Muskulatur rund um die Hüfte.
Typische Fehler bei Hüftübungen – und wie du sie vermeidest
Viele Probleme bei der Arbeit an der Hüftbeweglichkeit entstehen nicht durch die Übungen selbst, sondern durch kleine technische Ungenauigkeiten oder unrealistische Erwartungen. Wer diese Stolperfallen kennt, spart sich Umwege.
Ein häufiger Fehler ist, zu schnell zu viel zu wollen. Wird der Dehnschmerz zu stark, verkrampfen die Muskeln und schützen sich, anstatt nachzugeben. Besser ist, die Intensität langsam zu steigern und eher länger in einer mittleren Dehnung zu bleiben.
Ein zweiter Punkt ist das Ausweichen mit dem Rücken. Besonders bei Hüftbeuger-Dehnungen kippt das Becken gern ins Hohlkreuz, wodurch der Dehneffekt in die Lendenwirbelsäule wandert. Eine leichte Bauchspannung und das Gefühl, das Steißbein nach unten zu ziehen, sorgen für eine deutlich gezieltere Position.
Schließlich unterschätzen viele den Einfluss der Atmung. Wer in Dehnpositionen den Atem anhält, signalisiert dem Körper unbewusst Anspannung. Ruhiges, gleichmäßiges Ein- und Ausatmen erleichtert dem Nervensystem, den Muskeltonus zu senken und die Beweglichkeit freizugeben.
Häufige Fragen zur Hüftbeweglichkeit
Wie oft sollte ich Hüftübungen pro Woche einplanen?
Für spürbare Verbesserungen bietet sich eine Häufigkeit von drei bis fünf Einheiten pro Woche an. Kürzere Einheiten von 10 bis 20 Minuten lassen sich gut in den Alltag integrieren und sind für die Hüfte oft wirksamer als seltene, sehr lange Sessions.
Wie lange dauert es, bis sich die Beweglichkeit spürbar verbessert?
Viele Menschen bemerken bei regelmäßigem Training erste Veränderungen nach zwei bis vier Wochen, etwa beim Sitzen, Gehen oder Treppensteigen. Deutlichere Fortschritte benötigen meist acht bis zwölf Wochen mit konsequent ausgeführten Übungen.
Reichen Dehnübungen aus oder brauche ich auch Krafttraining?
Dehnen alleine verbessert zwar den Bewegungsspielraum, doch ohne ausreichend Kraft können die neu gewonnenen Winkel oft nicht stabil genutzt werden. Eine Kombination aus sanfter Mobilisation, längeren Dehnphasen und kräftigenden Übungen für Gesäß, Rumpf und Oberschenkel ist daher ideal.
Darf ich bei leichten Schmerzen in der Hüfte weiter trainieren?
Leichter Dehnzug oder ein ungewohnter Spannungsreiz während einer Übung gelten als normal, stechende oder scharf ziehende Schmerzen sollten jedoch ein klares Stoppzeichen sein. In diesem Fall hilft es, die Bewegung kleiner zu machen, den Winkel zu verändern oder eine andere Übung zu wählen und bei anhaltenden Beschwerden fachlichen Rat einzuholen.
Wie lange sollte eine einzelne Hüft-Session dauern?
Für viele Alltagssportler sind 15 bis 25 Minuten ausreichend, um die wichtigsten Bewegungsrichtungen der Hüfte anzusprechen. Wer sehr viel sitzt oder sportlich hohe Ansprüche hat, kann an einzelnen Tagen auch 30 Minuten einplanen und an den übrigen Tagen kurze 5-Minuten-Blöcke nutzen.
Zu welcher Tageszeit sind Hüftübungen am sinnvollsten?
Der Tageszeitpunkt lässt sich flexibel wählen, entscheidend ist die Regelmäßigkeit und die passende Intensität. Morgens helfen sanfte Mobilisationen, steife Gelenke in Gang zu bringen, während am Abend längere Dehnphasen und kontrollierte Kraftübungen gut mit der Regeneration harmonieren.
Brauche ich spezielles Equipment für ein wirksames Hüfttraining?
Die meisten Beweglichkeits- und Kraftübungen für die Hüfte lassen sich problemlos mit dem eigenen Körpergewicht ausführen. Eine Matte, eventuell ein Miniband, ein Kissen als Polster und ein stabiler Stuhl oder eine Wand genügen vielen Trainingsplänen vollständig.
Wie erkenne ich, ob eine Übung zur Hüftbeweglichkeit für mich geeignet ist?
Eine passende Übung lässt sich sauber und ohne Ausweichbewegungen ausführen, während du die Spannung klar im Zielbereich spürst. Wenn du die Intensität anpassen kannst, dich währenddessen stabil fühlst und nach der Einheit keine Verschlechterung der Beschwerden bemerkst, passt sie in der Regel gut in deinen Plan.
Kann ich mit eingeschränkter Hüftbeweglichkeit trotzdem joggen oder Krafttraining machen?
In vielen Fällen bleibt Sport möglich, wenn du die Bewegungsumfänge anpasst und ergänzend systematisch an der Hüfte arbeitest. Sinnvoll ist es, Lauf- oder Krafttraining mit kurzen Mobilisationsblöcken zu kombinieren und bei Unsicherheit mit einer Fachperson zu klären, welche Grenzen für dich gelten.
Wie kann ich meinen Fortschritt bei der Hüftbeweglichkeit überprüfen?
Einfach messbare Alltagsbewegungen wie die Tiefe einer Kniebeuge, die Leichtigkeit beim Schuheanziehen im Stehen oder das Sitzen im Schneidersitz liefern gute Vergleichswerte. Zusätzlich kannst du alle paar Wochen Fotos oder kurze Videos derselben Übung aus identischer Perspektive aufnehmen, um Veränderungen zu dokumentieren.
Was mache ich, wenn ich mich beim Üben unsicher fühle?
Starte mit geringem Bewegungsumfang, arbeite langsam und nutze stabile Haltepunkte wie Wand oder Stuhl, bis der Ablauf vertraut wirkt. Bei anhaltender Unsicherheit lohnt es sich, ein bis zwei Termine bei Physiotherapie oder qualifiziertem Training zu nutzen, um Technik und Übungsauswahl individuell abzusichern.
Fazit
Gezielte Beweglichkeitsarbeit im Hüftbereich profitiert von einer klugen Mischung aus Mobilisation, Dehnung und Krafttraining. Wer regelmäßig und mit guter Technik übt, kann Alltagsbewegungen flüssiger ausführen, sportliche Leistungen stabiler abrufen und Beschwerden im Umfeld von Hüfte und unterem Rücken oft deutlich verringern. Entscheidend ist weniger die perfekte Übungsauswahl als vielmehr die konsequente Umsetzung mit überschaubarer Intensität und klarer Kontrolle. So entwickelt sich aus einzelnen Einheiten Schritt für Schritt eine belastbare, gut nutzbare Hüftbeweglichkeit.
Zusammenfassung
Wer die Hüfte tief beugen kann und dabei die Knie sinnvoll einsetzt, kann mit geraderem Rücken arbeiten und die Kraft über Hüfte und Beine aufbringen.
Hüftbeweglichkeit im Krafttraining und beim Laufen verbessern Sportlerinnen und Sportler profitieren besonders stark von einer frei arbeitenden Hüfte.